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Skandal

Zwei Rücktritte: Rache-Pornos bringen Regierung in Montenegro ins Wanken

Zwei Rücktritte: Rache-Pornos bringen Regierung in Montenegro ins Wanken
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5 Min. Lesezeit |

Ein politischer Skandal erschüttert Montenegro: Intime Aufnahmen, gegenseitige Anschuldigungen und zwei Rücktritte von hochrangigen Funktionären sorgen für Aufsehen.

Der ehemalige Sicherheitsberater des montenegrinischen Präsidenten, Dejan Vuksic, und die Agentur für nationale Sicherheit haben jegliche Beteiligung an der Entstehung oder Verbreitung der öffentlich aufgetauchten intimen Aufnahmen von Mirjana Pajkovic zurückgewiesen. Beide Funktionäre gaben für ihre Rücktritte persönliche Gründe an. Vuksic, zuvor Leiter der Sicherheitsagentur, trat kurz vor Jahreswechsel als Präsidentenberater zurück, während Pajkovic am Freitag ihr Amt als Staatssekretärin im Ministerium für Menschen- und Minderheitenrechte niederlegte, nachdem explizites Material von ihr im Netz verbreitet wurde.

In einer Stellungnahme wies Vuksic sämtliche Anschuldigungen entschieden zurück: „Ich weise alle unzutreffenden und tendenziösen Behauptungen zurück, die mir ohne Beweise die Verantwortung für die Verletzung der Privatsphäre von Pajkovic zuschreiben wollen.“ Diese Inhalte habe ich erstmals gesehen, als sie bereits illegal in sozialen Netzwerken kursierten.“ Er behauptet jedoch, Pajkovic habe ihm im Oktober 2024 widerrechtlich sein Mobiltelefon entwendet und dadurch seine Privatsphäre massiv verletzt.

Nach Darstellung von Vuksic entstand durch diesen Vorfall auch jene umstrittene Audioaufnahme, in der er Drohungen gegen Pajkovic ausspricht. Das Telefonat erfolgte vom Festnetzanschluss aus dem Büro von Präsident Jakov Milatovic. „Die Worte, die ich damals an Pajkovic richtete und die nun selektiv nach einem Jahr und drei Monaten veröffentlicht wurden, waren eine unmittelbare Reaktion auf den Diebstahl und Missbrauch meines Telefons. Diese Äußerungen stellen, ungeachtet ihres Inhalts, keinen Beweis für ein Verbrechen im Zusammenhang mit der Verbreitung von Fotos und Videos dar, da es sich um völlig getrennte Rechtsfragen handelt. Dennoch wird heute bewusst versucht, die Tatsachen zu verdrehen, wobei ich als Geschädigter zum Täter gemacht werden soll, während die Person, die rechtswidrig gehandelt hat, als Opfer dargestellt wird“, erklärte Vuksic.

Erpressungsvorwürfe

Er gab an, im März 2025 von einer unbekannten Nummer „beunruhigende Nachrichten“ mit der besagten Audioaufnahme erhalten zu haben, verbunden mit einer klaren Drohung und Erpressungsversuch, seine Kandidatur als Verfassungsrichter zurückzuziehen. „Ich bin überzeugt, dass Pajkovic auf diese Weise, direkt oder indirekt, allein oder durch Dritte, denen sie Inhalte aus ihrem Telefon zugänglich gemacht hat, versucht hat, unzulässigen Einfluss auf das Wahlverfahren für den Verfassungsgerichtshof auszuüben. Ich habe deshalb bei der Polizei Anzeige gegen Pajkovic und unbekannte Personen wegen versuchter Erpressung, Diebstahls und Missbrauchs des Telefons erstattet, woraufhin Pajkovic vernommen wurde. Selbst danach kontaktierte mich Pajkovic telefonisch und verlangte, ich müsse ‚etwas für sie erledigen‘ beziehungsweise mich ‚für die Audioaufnahme entschuldigen‘, die ausschließlich durch den Diebstahl meines Telefons entstanden war“, führte Vuksic aus.

Der ehemalige Sicherheitsberater ergänzte, Pajkovic habe Ende Dezember 2025 Anzeige gegen ihn erstattet, indem sie dieselbe Audioaufnahme vorlegte und „den falschen Eindruck erweckte, es handele sich um ein kürzlich stattgefundenes Ereignis, wobei sie verschwieg, dass der Vorfall mehr als ein Jahr zurücklag und sie wegen derselben Aufnahme bereits wegen Erpressungsversuchs vernommen worden war“. „Ich betone nochmals, dass der Inhalt mit erheblichem zeitlichen Abstand und zu einem politisch brisanten Zeitpunkt – der Wahl eines Verfassungsrichters und des Ombudsmanns – an die Öffentlichkeit gelangt ist, was zusätzlich belegt, dass es nicht um den Schutz irgendwelcher Rechte geht, sondern ausschließlich um den Versuch, mich persönlich zu diskreditieren. Im Jänner 2026 habe ich der Polizei weitere Beweise vorgelegt, Anzeige gegen Pajkovic wegen falscher Anschuldigung im Zusammenhang mit der Verbreitung der umstrittenen Aufnahmen erstattet und auf einem Lügendetektortest bestanden“, erklärte Vuksic.

Er betonte seine Bereitschaft, sich sofort allen Arten von Überprüfungen zu unterziehen, und forderte die zuständigen Behörden auf, diese unverzüglich durchzuführen – mit der Aufforderung, dass sich alle in diesem Fall involvierten Personen denselben Tests stellen sollten. „Zum Schutz meiner persönlichen Integrität und der Sicherheit meiner Familie werde ich Anzeigen erstatten und Verfahren gegen alle Personen einleiten, die mich in sozialen Netzwerken falsch beschuldigt, bedroht, beleidigt und zu Lynchjustiz aufgerufen haben, einschließlich gegen den Abgeordneten im montenegrinischen Parlament, der mich öffentlich als ‚Gewalttäter‘ bezeichnet hat. Entsprechende Schadensersatzforderungen werden folgen. Die Wahrheit in diesem Fall wird nicht in sozialen Netzwerken oder Medien festgestellt, sondern ausschließlich vor den zuständigen Institutionen. Auf einen solchen Ausgang bin ich vorbereitet und bestehe darauf“, schloss Vuksic.

Rechtliche Konsequenzen

Pajkovic hatte vor ihrem Rücktritt drei Strafanzeigen bei der Polizei wegen unbefugter Verbreitung von explizitem Material erstattet. Aus der Anzeige geht hervor, dass sie vermutet, der ehemalige Direktor der Sicherheitsagentur, Dejan Vuksic, habe bewusst versucht, Informationen zu nutzen, zu denen er aufgrund seiner Funktion Zugang hatte, und mit diesem Material gedroht. Auf einer der von Pajkovic veröffentlichten Audioaufnahmen ist zu hören, wie Vuksic angeblich droht, dass „ganz Montenegro“ kompromittierende Aufnahmen der ehemaligen Funktionärin sehen werde. Die Sicherheitsagentur hatte zuvor jede Verbindung mit der Veröffentlichung privater Korrespondenz und Bildmaterial, durch die die Privatsphäre von Bürgern verletzt wird, zurückgewiesen. „Die Agentur führt ihre Aufgaben rechtmäßig aus und respektiert vollständig die verfassungsmäßig garantierten Rechte. Private Korrespondenzen und Inhalte, die Gegenstand von Kommentaren sind, liegen nicht im Interessenbereich der Agentur und können als solche nicht mit ihr in Verbindung gebracht werden“, teilte die Behörde mit.

Ob dieser Fall ein gerichtliches Nachspiel haben wird, ist derzeit offen, da sich die Staatsanwaltschaft bislang nicht dazu geäußert hat. Der Missbrauch fremder Aufnahmen, Fotos, Porträts oder sexuell expliziter Inhalte kann in Montenegro mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Bei Vergehen gegen Minderjährige drohen sogar zwei bis zehn Jahre Gefängnis.

Es handelt sich um sogenannte Rachepornografie – eine Straftat, die erst vor relativ kurzer Zeit in das montenegrinische Strafgesetzbuch aufgenommen wurde.

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KO KOSMO-Redaktion
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