Beim Check-out wartet ein Posten, den viele nie bestellt haben. Ein Hotel setzt auf Trinkgeld im Voraus, und die Gäste reagieren gespalten.
Auf der Hotelrechnung von Falkensteiner scheint eine Trinkgeldpauschale automatisch auf. Für jedes Zimmer und jede Nacht werden zehn Euro als freiwilliger Beitrag verrechnet, der anfangs fix ausgewiesen ist. Gäste, die das nicht wollen, können ihn beim Check-out streichen lassen.
Die Praxis wird kontrovers diskutiert. Pro Zimmer und Nacht fallen zehn Euro an, die als freiwilliges Trinkgeld deklariert sind. Der Betrag steht von Beginn an auf der Rechnung und verschwindet nur, wenn Gäste ausdrücklich darum ersuchen.
Bei sieben Nächten summiert er sich auf 70 Euro je Zimmer, bei zehn Nächten auf 100 Euro. Das Modell läuft seit etwa drei Jahren als Pilotprojekt. Es betrifft Häuser der Gruppe, unter anderem das Hotel Cristallo am Katschberg.
Streichung möglich
Verpflichtend ist die Pauschale nicht. Beim Check-out können Gäste verlangen, dass der Betrag nicht in Rechnung gestellt wird. Es kann sich auszahlen, die Abrechnung genau zu prüfen.
Verärgerte Gäste
Manche Gäste reagieren verärgert. „Das grenzt an Nötigung“, schreibt ein ehemaliger Urlauber in einem Internetforum.
Auch der Wellnessführer Relax Guide übt Kritik an der angeblichen Freiwilligkeit. Bittet man bei der Abreise um Streichung, stellt sich bei ehemaligen Gästen nach deren Schilderung „ein unangenehmes Gefühl“ ein.
Die Hotelgruppe verteidigt das Modell: Gäste würden ausreichend über die Pauschale und die Möglichkeit zur Streichung informiert. „Wir beobachten, dass es in den vergangenen Jahren zunehmend akzeptiert wird“, erklärt das Unternehmen. Rund 30 Prozent der Gäste lassen das Trinkgeld trotzdem wieder von der Rechnung streichen.