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Skandal

13-Jährige missbraucht? Weitere Vorwürfe gegen ORF-Mitarbeiter

13-Jährige missbraucht? Weitere Vorwürfe gegen ORF-Mitarbeiter
FOTO: iStock/Farknot_Architect/EPA/CHRISTIAN BRUNA
3 Min. Lesezeit |

Jahrzehntelang Schweigen, dann ein Zufallstreffen – und jetzt melden sich immer mehr Frauen mit schweren Vorwürfen gegen einen ORF-Mann.

Nach den erschütternden Schilderungen einer Frau, die als 13-Jährige von einem prominenten ORF-Mitarbeiter missbraucht worden sein soll, wenden sich nun weitere Betroffene an die „Krone“. Der Fall hat seit dem vergangenen Sonntag sowohl innerhalb des ORF als auch in der Öffentlichkeit erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Die „Krone“ hatte über einen Vorfall berichtet, der sich vor mehreren Jahrzehnten ereignet haben soll und eine Frau bis heute schwer belastet.

Sophie H. (54) hat jahrelang geschwiegen – zu lange, wie sie heute selbst einräumt. Am vergangenen Sonntag trat sie gegenüber der „Krone“ erstmals öffentlich mit ihrer Geschichte hervor: „Ich habe mich schrecklich geniert und konnte viele Jahrzehnte nicht darüber sprechen. Ich habe das verdrängt. Die Scham über das Erlebte war zu groß. Man drückt das weg. Man versucht, es aus seinem Leben zu verbannen.“ Heute möchte sie anderen Frauen Mut machen, die eigene Schamgrenze zu überwinden: „Ich habe nichts Falsches getan, ich muss mich weder fürchten noch schämen.“

Zugleich appelliert sie eindringlich daran, frühzeitig Unterstützung zu suchen, um Gerechtigkeit überhaupt noch einfordern zu können. Gegenüber der „Krone“ schilderte Sophie H. im Detail, wie sie von einem damals hochrangigen ORF-Mitarbeiter unter falschen Vorwänden in eine Wiener Privatwohnung gelockt und dort zum Oralverkehr gezwungen worden sein soll. Die damals 13-Jährige hatte sich beim Sender um ein Treffen mit einem britischen Popstar beworben, der im Rahmen eines Wien-Konzerts auftreten sollte.

Jahrelanges Schweigen

Das Treffen kam jedoch nicht zustande, weil der Sänger erkrankte. Der ORF-Mitarbeiter nahm daraufhin erneut Kontakt zu dem Mädchen auf und bot zunächst – gewissermaßen als Ausgleich – einen Einblick in den Sendebetrieb des ORF an. Einige Wochen später folgte dann die Einladung in eine Wiener Privatwohnung, wo es schließlich zum gewaltsamen Übergriff gekommen sein soll.

Sophie H. schwieg über all das – bis sie den mutmaßlichen Täter 2023 zufällig in einer Wiener Pizzeria traf. Im Jahr 2024 scheiterte ein Versuch einer außergerichtlichen Einigung. 2025 wurde eine Klage auf Schadenersatz wegen Ablaufs der 30-jährigen Verjährungsfrist abgewiesen.

Weitere Vorwürfe

Nun melden sich bei der „Krone“ weitere Frauen, die dem betreffenden Medienprominenten ebenfalls körperliche Übergriffe vorwerfen. So soll der heute über 60-Jährige eine ORF-Moderatorin bei einer internen Veranstaltung zu vorgerückter Stunde bedrängt und versucht haben, sie „unter Anwendung seiner ganzen Körperkraft zu küssen und an Brüsten und Po anzugreifen“. Die Moderatorin habe ihn nach eigenen Angaben damals weggestoßen, eine Anzeige erstattete sie nicht.

Zwei weitere Frauen, die in den Jahren 2011 und 2012 beruflich mit dem damaligen ORF-Mitarbeiter in Kontakt standen, berichten von vergleichbaren Vorfällen – allerdings nicht im ORF-Zentrum selbst, sondern in anderen Büroräumlichkeiten sowie bei einer Veranstaltung. Der Sender reagierte auf die neuen Vorwürfe mit einer schriftlichen Stellungnahme: „Der ORF nimmt alle Hinweise auf mögliches Fehlverhalten ernst und wird aktiv an der Aufklärung mitwirken.“ Ergänzend heißt es: „Wir werden mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten, sollte dies erforderlich sein.“

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KO KOSMO-Redaktion
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