Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Infrastrukturprojekt

158-Millionen-Projekt: Wiens neuer Fernbusterminal trotz Sparkurs gestartet

158-Millionen-Projekt: Wiens neuer Fernbusterminal trotz Sparkurs gestartet
(Foto: Pexels)
2 Min. Lesezeit |

Nach langem Warten rollt nun der Bagger an: Wiens neuer Fernbusterminal nimmt mit dem heutigen Spatenstich konkrete Formen an – trotz finanzieller Bedenken.

Der Spatenstich für den neuen Fernbusterminal in Wien-Leopoldstadt ist heute beim Stadion Center erfolgt. Das Projekt zielt darauf ab, die bisher über die Stadt verteilten Busparkplätze an einem zentralen Standort zu bündeln. Der Terminal wird durchgehend an allen Tagen des Jahres geöffnet sein und verfügt über eine umfassende Infrastruktur: 30 überdachte Haltestellen, komfortable Wartebereiche mit kostenlosem WLAN, digitale Orientierungssysteme sowie Ticket- und Informationsschalter. Zusätzlich werden barrierefreie Sanitäranlagen, Aufbewahrungsmöglichkeiten, ein Wickel- und Stillbereich sowie Erholungszonen für das Fahrpersonal eingerichtet. Im zweigeschossigen Verwaltungsgebäude entlang des Handelskais werden behördliche und polizeiliche Dienststellen untergebracht.

Die Realisierung des Projekts verlief nicht ohne Hindernisse. Mit dem heutigen Baubeginn stehen nun jedoch alle wesentlichen Partner fest, wie die Wien Holding mitteilte. Die operative Führung des Terminals übernimmt ein Konsortium aus den Unternehmen Blaguss, Gschwindl und Dr. Richard – die BGR Busterminal GmbH. Als Gewinner des europaweit ausgeschriebenen Konzessionsverfahrens wird das Konsortium den professionellen Terminalbetrieb verantworten und dabei auf jahrzehntelange Branchenerfahrung im Linienverkehr, hochmoderne Busflotten und fortschrittliche technische Standards zurückgreifen.

⇢ Taxi-Aufstand 2.0: 1.200 Fahrer ziehen durch Wien gegen Uber-Macht

Hotelpartnerschaft gesichert

Auch die Hotelpartnerschaft steht fest: Unter Leitung der Odyssey Hotel Group entsteht ein zeitgemäßes Lifestyle-Hotel der Marke Radisson RED mit 220 Zimmern, das in Zusammenarbeit mit der Radisson Hotel Group verwirklicht wird. Die Umsetzung des Gesamtvorhabens erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst werden der Fernbusterminal mit dem Hotelkomplex sowie eine Verbindungsbrücke über den Handelskai und die ÖBB-Gleise errichtet, die den Terminal mit dem gegenüberliegenden Donauufer verbindet. In einem zweiten Bauabschnitt ist die Errichtung eines Hochhauses geplant.

Strategische Lage

Das bereits 2019 beschlossene Infrastrukturprojekt profitiert von seiner strategisch günstigen Lage nahe dem Handelskai, die eine direkte Anfahrt für Busse von der A23 oder A4 ermöglicht, ohne durch das Stadtzentrum fahren zu müssen. Trotz des von der Stadt Wien verordneten Sparkurses wird das mit rund 158 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben umgesetzt – ungeachtet der Tatsache, dass der Stadtrechnungshof erst kürzlich die Finanzierungsgrundlage als nicht ausreichend transparent kritisiert hatte.

Trotz des von der Stadt Wien verordneten Sparkurses wird das Vorhaben umgesetzt.