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Eklat

Dreckige Schlampen rausschmeißen“: Brigitte Macron löst Feministinnen-Eklat aus

Dreckige Schlampen rausschmeißen“: Brigitte Macron löst Feministinnen-Eklat aus
(FOTO: EPA/YOAN VALAT)
2 Min. Lesezeit |

Ein unbedachter Satz hinter den Kulissen, ein virales Video und plötzlich steht Frankreichs First Lady im Zentrum einer hitzigen gesellschaftlichen Debatte.

Nach dem Besuch einer Vorstellung des Komikers Ary Abittan am Sonntag sorgte eine Äußerung der französischen First Lady Brigitte Macron für erhebliche Kontroversen. In einem mittlerweile viral verbreiteten Video, das die Wochenzeitung Public am Montag veröffentlichte, ist zu hören, wie Macron hinter der Bühne auf die geäußerte Angst des Komikers vor weiteren Störungen entgegnet: „Wenn es dreckige Schlampen gibt, werden wir sie rausschmeißen.“ Diese Bemerkung löste umgehend zahlreiche Reaktionen aus, darunter von der französischen Schauspielerin Judith Godreche, die in einer Instagram-Story solidarisch erklärte: „Ich bin auch eine dreckige Schlampe. Und ich unterstütze alle anderen.“

Der Hintergrund der Auseinandersetzung reicht zurück bis zum Vortag, als feministische Aktivistinnen des Kollektivs #NousToutes die Aufführung Abittans in den Folies Bergère in Paris unterbrochen hatten. Die Protestierenden trugen dabei Masken mit dem Gesicht des Komikers und der Aufschrift „Violeur“ (Vergewaltiger) und skandierten entsprechende Parolen.

Abittans Vorgeschichte

Abittan war Ende 2021 von einer Frau, mit der er eine Beziehung geführt hatte, der Vergewaltigung beschuldigt worden. Nach dreijährigen Ermittlungen wurde das Verfahren eingestellt – eine Entscheidung, die im Jänner durch ein Berufungsverfahren bestätigt wurde. Trotz des juristischen Abschlusses sehen feministische Gruppen seine Rückkehr auf die Bühne kritisch.

Politische Reaktionen

Die politischen Reaktionen auf Macrons Äußerung fielen deutlich aus. Eine Europaabgeordnete der linksradikalen Partei La France insoumise (LFI) kritisierte auf Twitter scharf: „Man hat mit den Frauenrechten ‚große Sache des Quinquennats‘ begonnen, es endet damit, sie zu beleidigen.“ Die Grünen-Politikerin Marine Tondelier bezeichnete im Fernsehsender BFM-TV die Wortwahl der First Lady als „gravissime“ (schwerwiegend) und betonte: „Eine First Lady sollte so etwas nicht sagen.“

Aus dem Umfeld von Brigitte Macron verlautete hingegen, man solle in ihren Worten „nur eine Kritik an der radikalen Methode“ der feministischen Aktivistinnen sehen. Das Kollektiv #NousToutes trug seinerseits zur weiteren Verbreitung des Videos bei.

Die Kontroverse illustriert die anhaltenden Spannungen in der französischen Gesellschaft bezüglich des Umgangs mit Vorwürfen sexualisierter Gewalt und der Rolle prominenter Persönlichkeiten in diesen Debatten – insbesondere wenn diese, wie im Fall der First Lady, eine besondere Vorbildfunktion innehaben.