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Verflucht? Diese schlimmen Ereignisse passierten am 28. Juni!

Kosmo-Kollage
FOTO: Wikimedia Commons, EPA/ Koca Sulejmanovic, Rade Prelic

Viele wichtige Ereignisse haben die Menschheit innerhalb der letzten Jahrhunderte geprägt. Der 28. Juni ist allerdings ein besonderer Tag: es scheint als hätten sich die wichtigsten Ereignisse am Balkan an diesem Tag zugetragen. Im mehrjährigen Abstand natürlich.

KOSMO hat eine Liste der wichtigsten Geschehnisse dieses Tages angefertigt.

28. Juni 1389: Schlacht von Kosovo

Das Datum kann etwas verwirren. Denn Laut Wikipedia und Co fand die Schlacht auf dem Amselfeld am 15. Juni statt. Das ist das Datum laut julianischem Kalender. Der gregorianische Kalender datiert den Tag auf den 28. Juni 1389.

Bei der größten Entscheidungsschlacht zwischen dem Osmanischen Reich und Serbien kamen sowohl der Heerführer Fürst Lazar I. Hrebeljanovic als auch der Sultan Murad I ums Leben. Danach war der serbische Adel nicht mehr in der Lage, ein truppenstarkes Heer aufzustellen. An diesem Tag wurde der Auftakt zur osmanischen Eroberung der Balkanhalbinsel gelegt.

Der Gedenktag zur Kosovoschlacht wird als Veitstag in Serbien gefeiert.

28. Juni 1881: Geheimvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Serbien

Die Geheime Konvention zwischen Österreich-Ungarn und Serbien wurde am 28. Juni 1881 um einen Bündnisvertrag erweitert. Der Vertrag enthielt mehrere geheime Zusatzklauseln. Mit dem Vertrag nahm Serbien die Oberhoheit Österreich-Ungarns an. Damit hatte Österreich-Ungarn gewisse Vorrechte in der Bestimmung der serbischen Außenpolitik. Etwa durfte Serbien keine Verträge mit anderen Staaten aushandeln, bevor die Donaumonarchie dem nicht zugestimmt hat. Der Vertrag sah darüber hinaus auch vor, dass Serbien eine Bahnstrecke zwischen Belgrad, Sofia und Istanbul errichten muss.

Nachdem die Inhalte des Vertrages öffentlich geworden sind, regte sich Widerstand auf der russophilen Seite. Das führte zum Aufstieg der Radikalen Volkspartei im Jahr 1883.

FOTO: Wikimedia Commons

28. Juni 1914: Attentat von Sarajevo

Das Attentat von Sarajevo dürfte den meisten Menschen als Auslöser des Ersten Weltkrieges bekannt sein. Erzherzog Franz Ferdinand, der Thronfolger Österreich-Ungarns, und dessen Frau Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, wurden in Sarajevo von Gavrilo Princip erschossen. Princip war Mitglied der serbisch-nationalistischen Bewegung Mlada Bosna (Junges Bosnien).

Die Geheimgesellschaft Schwarze Hand war für das Attentat verantwortlich und löste damit die Julikrise aus. Diese führte dann zum Ersten Weltkrieg.

FOTO: Wikimedia Commons

28. Juni 1921: Vidovdan-Verfassung

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verabschiedete man die Vidovdan-Verfassung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen am 28. Juni 1921. Damit sollte eine zentralistische und monarchische Staatsordnung festlegt werden. Die Verfassung wurde nach dem serbisch-orthodoxen Heiligen Veits benannt. Am 06. Jänner 1929 wurde die Verfassung von Alexander von Jugoslawien wieder außer Kraft gesetzt.

28. Juni 1948: Jugoslawien Ausschluss aus der Kominform

Das Kominform (Informationsbüro der Kommunistischen und Arbeiterparteien) war zwischen 1947 und 1956 ein Zusammenschluss von kommunistischen Parteien unter Josef Stalin. Jugoslawiens Parteichef Josip Broz Tito lehnte Stalins Vorstellungen ab und stand für die Gleichbehandlung alles zusammengeschlossenen Parteien ein. Am 28. Juni 1948 fand eine Kominform-Konferenz statt, bei der die jugoslawischen Kommunisten aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurden. Dies führte zum Bruch zwischen Stalin und Tito.

28. Juni 1989: Slobodan Milosevic hält Amselfeld-Rede

Zum 600. Jahrestag der Schlacht auf dem Amselfeld hielt der damalige Präsident der jugoslawischen Teilrepublik Serbien Slobodan Milosevic eine Rede, auf dem historischen Schauplatz der Schlacht (Kosovo). Ein Millionenpublikum hörte ihm dabei live zu.

Von dieser Rede sind verschiedene Übersetzungen angefertigt worden. Inhaltlich weichen sie teilweise voneinander ab. Durch die historische Bedeutung der Rede, existieren allerdings genügend Ton- und Videoaufnahmen, die als Original angesehen werden können:

28. Juni 2001: Milosevic wird an das Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert

Milosevic wurde im Zuge des Kosovokrieges sowie später der Jugoslawienkriege, als erstes Staatsoberhaupt überhaupt, noch während der Ausübung seines Amtes vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Völkermordes angeklagt. Belgrad hatte den ehemaligen jugoslawischen Präsident am 28. Juni 2001 an das UNO-Kriegsverbrechertribunal ausgeliefert.

FOTO: EPA/ Koca Sulejmanovic

Zahlreiche Journalisten deckten fundamentale Verstöße gegen diverse Rechtsgrundsätze im Verfahren auf, denen allerdings nicht nachgegangen wurde. Rund 1000 entlastende Beweismittel wären von Diplomaten zur Verfügung gestellt worden, vom Gericht allerdings nicht in das Verfahren aufgenommen worden. 2006 verschlechterte sich der gesundheitliche Zustand Milosevics. Am Morgen des 11. März 2006 wurde Milosevic tot aufgefunden.