33.000 Tonnen vergrabener Abfall, keine Lösung in Sicht – Kroatien steckt in einer Umweltkrise, die das Land vor enorme Herausforderungen stellt.
Kroatien steht vor einem umweltpolitischen Problem, das sich so schnell nicht lösen lassen wird: Die Regierung in Zagreb kann nicht garantieren, dass die rund 33.000 Tonnen vergrabener Abfälle in Gospić innerhalb von drei Monaten vollständig entsorgt werden.
Laut Ermittlungsbehörden begann das illegale Anliefern und Ablagern von Abfall auf dem Gelände des ehemaligen Industriekomplexes PPK Velebit in der Bilajska-Straße in Gospić im Jahr 2021. Nach Angaben der kroatischen Spezialeinheit USKOK und von Europol wurden im Zusammenhang mit der illegalen Entsorgung von gefährlichem Abfall an Standorten bei Varaždin, Gospić und Benkovac mindestens 35.000 Tonnen gefährlicher Abfälle illegal entsorgt und 13 Personen in Kroatien festgenommen.
Umweltministerin Marija Vuckovic stellte klar, dass trotz der unbestrittenen Dringlichkeit der Lage keine belastbaren Zusagen für eine Räumung in diesem Zeitraum möglich seien. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht mit Sicherheit versprechen, dass wir die vergrabenen Abfälle in Gospić innerhalb von drei Monaten vollständig entfernen und entsorgen werden.“ Unrealistische Versprechen, so die Ministerin, wolle man bewusst vermeiden.
Komplexe Probenahmen
Die Arbeiten vor Ort haben begonnen, stehen aber noch am Anfang. Derzeit laufen Probenahmen, die rund 15 Tage in Anspruch nehmen werden. An diesem Prozess sind Unternehmen aus Frankreich, Belgien, Griechenland, Ungarn und Kroatien beteiligt. Die besondere Schwierigkeit liegt in der Zusammensetzung des Materials: Die Abfälle sind äußerst heterogen, was die logistische Planung der weiteren Schritte erheblich erschwert.
Offene Entsorgungsfrage
Der Sanierungsplan für die Deponie befindet sich laut Ministerium kurz vor dem Abschluss. Unter den geprüften Optionen ist auch eine Verlagerung des ausgegrabenen Materials an einen anderen Standort. Für die eigentliche Entsorgung sind drei öffentliche Vergabeverfahren vorgesehen.
Hinzu kommt eine weitere Herausforderung, auf die Vuckovic ausdrücklich hinwies: Sondermüll könne derzeit in Kroatien weder entsorgt noch anderweitig ordnungsgemäß behandelt oder verwertet werden. Premierminister Andrej Plenkovic sprach in diesem Zusammenhang von möglichen Zwischenlösungen, die bis zur endgültigen Klärung der Entsorgungsfrage greifen sollen.
Die Bürgerinitiative in Gospić hatte zuvor eine vollständige Räumung innerhalb von drei Monaten gefordert.