Mit einem Plus von 87 Prozent stürmen chinesische Autos den bosnischen Markt. Die Neuwagen aus Fernost könnten die europäische Dominanz bald ins Wanken bringen.
Der chinesische Automarkt erobert Bosnien und Herzegowina im Eiltempo. Wie aktuelle Daten der Behörde für indirekte Besteuerung BiH belegen, hat sich der Import von Fahrzeugen aus dem Reich der Mitte drastisch erhöht. Im laufenden Jahr wurden bereits 682 Fahrzeuge mit einem Gesamtwert von 14,59 Millionen Konvertiblen Mark (KM) nach Bosnien und Herzegowina eingeführt. Für diese Importe wurden Abgaben in Höhe von 4,9 Millionen KM fällig. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht dies einem beachtlichen Zuwachs von rund 87 Prozent.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Neuwagenbereich, der den Löwenanteil der Steigerung ausmacht und auf eine zunehmende Marktdurchdringung chinesischer Hersteller hindeutet. Allein im Jänner dieses Jahres wurden 23 Fahrzeuge importiert, darunter 20 Neuwagen und lediglich drei Gebrauchtwagen. In der Gesamtbilanz für 2025 stehen bisher 605 Neufahrzeuge und 77 Gebrauchtwagen zu Buche.
Rasanter Aufwärtstrend
Die Zahlen der vergangenen Jahre verdeutlichen den rasanten Aufwärtstrend: 2024 wurden insgesamt 364 Fahrzeuge im Wert von 7,08 Millionen KM aus China eingeführt, davon 294 Neuwagen und 70 Gebrauchtwagen. Im Jahr 2023 lag die Gesamtzahl noch bei 191 Fahrzeugen mit einem Wert von 4,05 Millionen KM, aufgeteilt in 116 Neuwagen und 75 Gebrauchtwagen.
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Marktveränderung absehbar
Fachleute führen diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: Die chinesischen Modelle punkten mit attraktiven Preisen, einer wachsenden Palette an Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie verstärkten Kooperationen zwischen chinesischen Herstellern und lokalen Vertriebspartnern. Branchenexperten gehen davon aus, dass eine Fortsetzung dieses Trends den heimischen Automarkt grundlegend verändern könnte – ein Markt, auf dem bislang europäische Marken die Oberhand hatten.