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Aufrüstung

Rüstungswahnsinn in Europa: Deutschland verdoppelt Militärbudget, Polen will stärkste Armee

Rüstungswahnsinn in Europa: Deutschland verdoppelt Militärbudget, Polen will stärkste Armee
EPA-EFE/Artur Reszko
3 Min. Lesezeit |

Europas Rüstungsspirale dreht sich immer schneller. Deutschland will seine Verteidigungsausgaben verdoppeln, während Polen zur stärksten Landmacht aufsteigen möchte.

Deutschland plant eine massive Aufstockung seiner Verteidigungsausgaben auf bis zu fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Diese Ankündigung machte der neue deutsche Außenminister Johann Wadephul beim NATO-Außenministertreffen in Antalya, der Türkei. Die geplante Erhöhung würde den jährlichen Verteidigungshaushalt auf über 160 Milliarden Euro verdoppeln – eine fundamentale Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik als Reaktion auf die veränderte geopolitische Lage, insbesondere die Bedrohung durch Russland.

Auch andere europäische Staaten verstärken ihre militärischen Kapazitäten. Polen investiert bereits 4,12 Prozent seines BIP in die Verteidigung und strebt an, bis 2035 die stärkste Landmacht Europas zu werden. Das Land will seine Truppenstärke auf 300.000 Soldaten ausbauen und hat umfangreiche Bestellungen für moderne Militärtechnik wie Panzer und HIMARS-Raketensysteme getätigt. Die polnischen Seestreitkräfte gelten allerdings als vergleichsweise schwach entwickelt.

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Europäische Atommacht

Frankreich, als einzige Atommacht innerhalb der EU, verfolgt eine Strategie der globalen militärischen Präsenz und strategischen Autonomie. Präsident Macron hat seit seinem Amtsantritt 2017 das Verteidigungsbudget deutlich erhöht – eine direkte Reaktion auf die wahrgenommene russische Bedrohung. Die französische Marine verfügt mit dem Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ und strategischen U-Booten über erhebliche nukleare Kapazitäten. Paris plant, seine Verteidigungsausgaben nahezu zu verdoppeln, um die militärische Schlagkraft weiter zu steigern.

Großbritannien setzt bei seiner Verteidigungsstrategie verstärkt auf Hightech-Ausrüstung, Drohnen und künstliche Intelligenz. Obwohl die britischen Streitkräfte zahlenmäßig relativ klein sind, verfügen sie über hochmoderne Ausrüstung. Premierminister Keir Starmer betont die Bündnistreue und globale Interventionsfähigkeit des Landes. Die britische Militärtechnologie ist allerdings stark von amerikanischen Systemen abhängig.

Globale Rangordnung

Italien liegt mit seinen Verteidigungsausgaben derzeit unter dem bisherigen NATO-Ziel von zwei Prozent, plant jedoch umfassende Reformen zur Modernisierung seiner Landstreitkräfte. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verfolgt das ambitionierte Ziel, Italien zur führenden Panzermacht Europas zu entwickeln und hat mehr als 1.000 Panzer beim deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall in Auftrag gegeben. Der strategische Schwerpunkt Italiens liegt auf der Sicherung des Mittelmeerraums und globaler Handelsrouten.

Trotz der Milliardeninvestitionen in die europäische Verteidigung wird sich die globale Rangordnung der Militärmächte mittelfristig kaum verschieben. Die Vereinigten Staaten bleiben unangefochten an der Spitze, gefolgt von Russland, China und Indien.

Großbritannien als stärkste europäische Militärmacht rangiert weltweit nur auf dem sechsten Platz, Frankreich auf dem neunten und Deutschland derzeit auf dem elften Rang.

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KO KOSMO-Redaktion
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