Dramatische Szenen ereigneten sich heute Morgen im Studio des serbischen Fernsehsenders PINK in Belgrad. Der Minister für öffentliche Investitionen, Darko Glisic, brach während einer Live-Sendung zusammen. Mitten im Gespräch begann Glisic plötzlich zu stottern und konnte keine vollständigen Worte mehr artikulieren.
Die sichtlich besorgten Moderatoren fragten mehrfach nach seinem Befinden, erhielten jedoch keine Antwort. Daraufhin wurde die Übertragung umgehend unterbrochen.
Wie das Portal Blic (serbisches Nachrichtenportal) berichtet, erlitt der Politiker einen Schlaganfall und befindet sich derzeit in kritischem Zustand. Dem Bericht zufolge eilte auch der serbische Präsident Aleksandar Vucic ins Krankenhaus – die beiden Politiker verbindet eine enge Freundschaft, sie sind gegenseitig Trauzeugen. Vucic meldete sich inzwischen auch auf Instagram zu dem Vorfall.
Darko Glišić ist seit 2020 als Minister für öffentliche Investitionen in der serbischen Regierung tätig und gilt als einer der engsten Vertrauten von Präsident Vučić. Der 49-jährige Politiker war zuvor von 2014 bis 2020 Bürgermeister der Gemeinde Titel in der Vojvodina.
⇢ Blitz-Drama auf Fußballplatz: Zehn Fußballspieler verletzt
Medizinischer Hintergrund
Medizinisch betrachtet werden etwa 85 Prozent aller Schlaganfälle durch Blutgerinnsel verursacht, die Gefäße verstopfen. Bei derartigen Symptomen ist schnelles Handeln entscheidend. Die ersten drei Stunden nach Symptombeginn gelten als kritisches Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung – medizinisch als „Golden Hour“ bezeichnet.
Fachleute unterscheiden grundsätzlich zwischen zwei Arten: Beim häufigeren ischämischen Schlaganfall blockiert ein Gerinnsel eine Hirnarterie. Der seltenere hämorrhagische Schlaganfall entsteht durch ein geplatztes Blutgefäß, wodurch Blut ins Gehirngewebe austritt. In Serbien erleiden jährlich etwa 30.000 Menschen einen Schlaganfall – damit ist das Land eines der am stärksten betroffenen in Europa.
Typische Warnsignale
Zu den fünf typischen Warnsignalen eines Schlaganfalls zählen plötzlich auftretende Taubheitsgefühle, Schwäche oder Lähmungserscheinungen – besonders wenn nur eine Körperseite betroffen ist. Auch Sprachstörungen wie Artikulationsprobleme oder Sprachverlust können auftreten. Weitere Alarmzeichen sind unvermittelte Sehstörungen, Gleichgewichtsprobleme sowie heftige Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen.
Der sogenannte FAST-Test hilft Laien, einen Schlaganfall zu erkennen: F steht für „Face“ (hängt ein Mundwinkel herab?), A für „Arms“ (kann der Betroffene beide Arme heben?), S für „Speech“ (ist die Sprache verwaschen?) und T für „Time“ (sofort den Notruf wählen).