Ein Anschlag nahe Hebron, zwei tote Soldaten und eine Entscheidung Netanjahus, die international für Empörung sorgt.
Nach einem tödlichen Anschlag in der Nähe von Hebron hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Abriegelung der Stadt sowie eine vollständige Isolation des Westjordanlandes angekündigt.
Bei dem Angriff nahe Hebron kamen zwei israelische Soldaten ums Leben, drei weitere wurden verletzt. Die beiden mutmaßlichen Täter – zwei 27-jährige Palästinenser aus Hebron – wurden noch am Tatort getötet.
Netanjahus Reaktion
Generalstabschef Ejal Zamir erklärte: „Das schnelle Handeln der Soldaten verhinderte einen noch schwereren Angriff und weitere Schäden für Zivilisten und Sicherheitskräfte.“ Netanjahu kündigte an, die Verantwortlichen konsequent zu verfolgen: „Wir werden Hamas-Terroristen und ihre Auftraggeber verfolgen, wo immer sie sind und zu jeder Zeit.“ Die Hamas lobte den Angriff, reklamierte ihn jedoch nicht für sich.
Die von Benjamin Netanjahu angeordnete Maßnahme sah zunächst eine Abriegelung Hebrons und Halhuls vor; zugleich sollten Sicherheitskräfte eine vollständige Schließung des gesamten Westjordanlands ab Freitag vorbereiten.
Nach dem Anschlag errichtete das israelische Militär Straßensperren und weitere Sperren in palästinensischen Ortschaften der Region.
Internationale Kritik
Die angeordnete Abriegelung des Westjordanlandes stieß international auf scharfe Kritik. Aus Deutschland meldeten sich Politiker von Grünen und Linken zu Wort, die die Maßnahme als Kollektivstrafe werteten und deren Rücknahme forderten.
Franziska Brantner von den Grünen erklärte: „Aber es ist ebenfalls zu verurteilen, dass die israelische Regierung dies zum Anlass nimmt, das gesamte Westjordanland abzuriegeln.“
Lea Reisner, Sprecherin der Linken, formulierte es noch schärfer: „Die Abriegelung des Westjordanlandes ist ein weiterer Bruch des Völkerrechts durch Netanjahu.“
Vor dem Hintergrund der israelischen Parlamentswahlen am kommenden Dienstag erhöht die Entscheidung den innenpolitischen Druck auf den Ministerpräsidenten zusätzlich.