Blutüberströmt schleppte sie sich ins Treppenhaus, während ihr Sohn in der Wohnung gefangen war. Der Angriff in Leipzig-Reudnitz endete für eine Mutter tödlich.
Ein Augenzeuge berichtete von erschütternden Szenen, die sich bei einem tödlichen Angriff in der Fritz-Hanschmann-Straße in Leipzig-Reudnitz abspielten. „Es war wie ein furchtbarer Film“, schilderte der 22-jährige Ibrahim Becker, der als Security-Mitarbeiter in der Nachbarwohnung lebt. Trotz Kopfhörer nahm er wahr, wie jemand gegen die Tür nebenan trat, und hörte Hilferufe. Als er seine Tür öffnete, sah er, wie sich die schwer verletzte Frau K. blutüberströmt ins Treppenhaus geschleppt hatte und am Bordstein zusammenbrach. Kurz darauf trafen zwei Polizeibeamte ein, die sich umgehend um die Schwerverletzte kümmerten.
Die Frau hatte nach vorliegenden Informationen lebensgefährliche Stichverletzungen erlitten. Während die Mutter draußen um ihr Leben kämpfte, befand sich ihr zehnjähriger Sohn noch in der Gewalt des Angreifers. „Der Junge schrie vor Angst, die Polizisten gingen jedoch nicht gleich in die Wohnung, sondern warteten auf Verstärkung“, berichtete der Zeuge. Erst das wenig später eintreffende Spezialeinsatzkommando (SEK) konnte den Jungen befreien. Laut Becker wies das Kind Verletzungen an Gesäß und Rücken auf.
Tragischer Ausgang
Zu Hinweisen, wonach sich anfangs noch ein weiterer Mann – der neue Lebensgefährte des Opfers – in der Wohnung aufgehalten haben soll, äußerten sich die Ermittler nicht. Tragische Gewissheit ist jedoch: Susann K. erlag in der Nacht im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Ihr Sohn, der laut Polizeiangaben ebenfalls schwer verletzt wurde, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr.
Haftbefehl erlassen
Der festgenommene Tatverdächtige ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft der Vater des verletzten Kindes und frühere Partner der Getöteten. Gegen den 37-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Mordes sowie des versuchten Mordes erlassen. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und zum Ablauf der Tat dauern weiterhin an, weitere Details wurden von den Behörden bislang nicht veröffentlicht.