Spitze Ohren, scharfe Zähne und ein Preisschild von 130.000 Euro: Die Plüschfigur Labubu löst weltweit Kaufrausch aus und macht ihren Erfinder zum Milliardär.
Der Hype um die skurril anmutende Plüschfigur Labubu mit ihren markanten spitzen Ohren und Zähnen hat weltweit Dimensionen erreicht, die weit über gewöhnliche Sammelleidenschaft hinausgehen. Das Produkt des Unternehmens Pop Mart avancierte international zu einem begehrten Sammlerobjekt, das in London bereits zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans führte. In China wechselte eine lebensgroße Labubu-Figur für die beachtliche Summe von umgerechnet 130.000 Euro den Besitzer. Im Juni 2025 erzielte eine 1,2 Meter große Labubu-Figur bei einer offiziellen Auktion in Peking sogar 156.000 Euro, was die steigenden Preise für limitierte Editionen verdeutlicht.
Der Vertrieb der Figuren erfolgt über das „Blind Box“-Prinzip (Überraschungsboxen), bei dem Käufer erst nach dem Erwerb erfahren, welche Variante sie erhalten haben. Diese Strategie, kombiniert mit streng limitierten Auflagen, dem Überraschungseffekt und künstlicher Verknappung, erzeugt eine intensive Sammeldynamik. An der Unternehmensspitze steht der 38-jährige Wang Ning, Gründer und Geschäftsführer von Pop Mart. Sein Vermögen beläuft sich laut Forbes auf etwa 23 Milliarden US-Dollar, was ihn zum zehntreichsten Chinesen macht.
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Milliardenschweres Geschäftsmodell
Seinen wirtschaftlichen Erfolg verdankt Wang Ning einem durchdachten Geschäftsmodell mit strategischem Marketing, Limitierungen und weltweiter Expansion. Die Popularität der Figuren wird zusätzlich befeuert durch Prominente wie Lisa Manobal von Blackpink, Rihanna und Dua Lipa, die mit den Sammlerstücken gesehen wurden. Medienberichte führen den internationalen Durchbruch der Marke explizit auf Lisa Manobals öffentliche Begeisterung für Labubu zurück, die als prominente Sammlerin den globalen Hype maßgeblich beeinflusste. Auf sozialen Plattformen wie TikTok und Instagram erreichen Videos, in denen Labubu-Figuren ausgepackt werden, millionenfache Aufrufzahlen.
Bemerkenswert ist der Vermögensunterschied zwischen dem Unternehmer und den kreativen Köpfen: Während Labubu-Schöpfer Kasing Lung, ein in Hongkong geborener Künstler, auf ein geschätztes Vermögen von etwa 10 Millionen Euro kommt – ähnlich wie K-Pop-Star Lisa Manobal – verfügt Wang Ning über das 2000-fache dieser Summe.
Emotionaler Mehrwert
Marketingfachleute wie Nina Vargas erklären den Erfolg mit dem emotionalen Mehrwert der Produkte: „Die Menschen kaufen nicht nur ein Produkt – sie kaufen eine Emotion.“ Die Labubu-Figuren verbinden nostalgische Elemente, die an Spielzeug der 90er Jahre wie Furbies erinnern, mit zeitgemäßem Trendbewusstsein und fungieren als soziales Statussymbol im digitalen Zeitalter. „Der Besitz eines seltenen Labubu signalisiert Geschmack, Trendgespür oder schlichtweg finanzielle Möglichkeiten“, erläutert Modehistoriker Robert Ossant.
Trotz der aktuellen Erfolgsphase sehen Finanzexperten auch Risikopotenzial. Das Investmenthaus Morningstar stufte die Pop-Mart-Aktie kürzlich als überbewertet ein.
Das Unternehmen wird derzeit mit dem 50-Fachen des für 2025 prognostizierten Jahresgewinns gehandelt – eine Bewertungsrelation, die auf lange Sicht kaum aufrechtzuerhalten sein dürfte.