Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Luftnotstand

Smog-Alarm: Sarajevo wird von Flugzeugen gemieden

Smog-Alarm: Sarajevo wird von Flugzeugen gemieden
(FOTO: EPA / Fehim Demir)
2 Min. Lesezeit |

In Sarajevo kämpfen die Bewohner erneut mit einer massiven Smogwolke, die sich wie ein erstickender Schleier über die bosnische Hauptstadt legt. Das wiederkehrende Winterphänomen beeinträchtigt den Alltag der Stadtbewohner erheblich.

Die ungünstige Tallage Sarajevos verstärkt das Problem zusätzlich, da sich Schadstoffe aus Heizungen und Fahrzeugen mit dem Nebel vermischen und kaum abziehen können. Die Luftqualität verschlechterte sich am Donnerstag derart, dass zahlreiche Flugzeuge wegen der minimalen Sicht auf alternative Flughäfen ausweichen mussten.

Im weltweiten Ranking der Metropolen mit der schlechtesten Luftqualität belegt Sarajevo den fünften Platz. Die Smogbildung tritt regelmäßig in den Wintermonaten auf. Veraltete Heizsysteme mit Kohle und Holz sowie ältere Dieselfahrzeuge tragen maßgeblich zur Luftverschmutzung bei. Die geografische Lage der Stadt in einem Talkessel führt bei winterlichen Inversionslagen dazu, dass Abgase praktisch nicht entweichen können. Ähnliche Luftqualitätsprobleme treten während der kalten Jahreszeit auch in anderen Balkanmetropolen wie Belgrad und Skopje auf.

⇢ Mikroplastik in unserem Essen – Experten streiten über Folgen

Behördliche Maßnahmen

Die lokalen Behörden haben die Einwohner dazu aufgerufen, in den frühen Morgen- und Abendstunden möglichst in ihren Wohnungen zu bleiben, da zu diesen Tageszeiten die Konzentration von Feinstaub in der Atmosphäre besonders hoch ist. Nach offiziellen Angaben ist in den kommenden Tagen keine Besserung der Luftwerte zu erwarten.

Gesundheitliche Folgen

Besonders gefährdet durch die Schadstoffbelastung sind Menschen mit Herz- und Atemwegserkrankungen. Daten der Weltbank zufolge sterben in Bosnien jährlich etwa 3300 Menschen vorzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung – das entspricht neun Prozent aller jährlichen Todesfälle im Land.

Rund 16 Prozent dieser gesundheitlichen Belastung konzentrieren sich auf Sarajevo und Banja Luka im Nordwesten Bosniens.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen