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Meilenstein

Nach 50 Jahren Männer-Dominanz: Physikerin Koch schreibt Geschichte

Nach 50 Jahren Männer-Dominanz: Physikerin Koch schreibt Geschichte
Foto: iStock, epa/CRISTOBAL HERRERA-ULASHKEVICH
4 Min. Lesezeit |

Das Weltall bekommt weibliche Verstärkung: 2026 wird Physikerin Christina Koch als erste Frau an einer bemannten Mondmission teilnehmen und Raumfahrtgeschichte schreiben.

Das Jahr 2026 verspricht in der Raumfahrtgeschichte einen beispiellosen Höhepunkt zu erreichen. Mit rund 350 geplanten Raketenstarts wird es alle bisherigen Aktivitäten in den Schatten stellen. Auf dem Mond werden voraussichtlich vier private amerikanische Sonden sowie eine chinesische Mission landen, die am Südpol nach Wasservorkommen forschen soll. Während die chinesische Raumfahrtbehörde erste Tests ihrer Mondrakete Langer Marsch 10 durchführen will, bereitet die NASA erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten wieder bemannte Mondmissionen vor. Ein historischer Meilenstein steht bevor: Erstmals wird eine Frau im Rahmen einer bemannten Mission zum Mond fliegen.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die 46-jährige Physikerin Christina Koch. Die bisherige Mondgeschichte wurde ausschließlich von Männern geschrieben – alle knapp zwei Dutzend Mond-Astronauten waren männlich, davon haben zwölf im Rahmen der Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 die Mondoberfläche betreten. Koch bringt als Missionsspezialistin umfassende Erfahrung mit: Sie verbrachte bereits 328 Tage im Weltraum, hauptsächlich auf der internationalen Raumstation ISS.

Mission Artemis II

In diesen Tagen wird die SLS-Rakete zur Startrampe transportiert – ein Unterfangen mit Startkosten von nahezu vier Milliarden Euro. Der früheste Starttermin ist für Anfang 2026 vorgesehen. An diesem Tag sollen Christina Koch gemeinsam mit Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen in die Orion-Kapsel einsteigen und zu ihrer bis zu 21-tägigen Mission aufbrechen. Die Flugzeit zum Mond und zurück beträgt jeweils rund vier Tage. Ursprünglich war dieser Flug bereits für 2024 geplant.

Der Hauptzweck von Artemis II liegt in der umfassenden Erprobung aller Systeme für die spätere bemannte Mondlandung, die frühestens 2028 realisierbar erscheint. Die Mission sieht keinen Aufenthalt auf der Mondoberfläche vor, sondern einen bemannten Flug um den Mond, bei dem die Crew die Erde weiter hinter sich lässt als je zuvor.

Für die nachfolgende Mission Artemis III wird zusätzlich ein funktionsfähiges Starship von Elon Musk benötigt. Dieses soll nach einem komplexen Prozess, der etwa ein Dutzend Raketenstarts und anspruchsvolle Betankungsmanöver im All umfasst, zum Mond fliegen. Dort sollen zwei Astronauten von der Mondumlaufbahn mit dem Starship auf die Oberfläche gelangen.

Technische Herausforderungen

Allerdings macht das Starship derzeit eher durch technische Rückschläge und Explosionen Schlagzeilen. Es kämpft mit Gewichtsproblemen, und die Raptor-Triebwerke erweisen sich als störanfällig. Aktuell steht die Erprobung einer neuen, dritten Version an. Bei einem Test im vergangenen Jahr kam es zum Platzen eines Tanks auf der Startrampe, weshalb der Jungfernflug der neuen Version vermutlich nicht vor dem Frühjahr stattfinden wird. In Fachkreisen wächst die Skepsis, ob die USA tatsächlich vor China, das seine bemannte Mondmission für 2029 plant, Menschen auf den Mond bringen können.

Artemis II soll daher über manche Schwierigkeiten hinwegtrösten. Mit Spannung wird beobachtet, ob der Hitzeschild der Orion-Kapsel diesmal einwandfrei funktioniert. Zudem sollen Erkenntnisse über die Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf den menschlichen Körper gewonnen werden – ein kritischer Faktor, der derzeit eine der größten Hürden für mögliche Mars-Missionen darstellt.

Für den Start sind mehrere Zeitfenster vorgesehen, jeweils zu Beginn der Monate Jänner, März und April. Die meisten dieser Startmöglichkeiten liegen zwischen drei und sechs Uhr mitteleuropäischer Zeit – eine Herausforderung für Weltraumbegeisterte ohne Schlafprobleme.

Die langfristige Zukunft des Artemis-Programms bleibt ungewiss. US-Präsident Donald Trump hat zuletzt Kürzungen im NASA-Budget vorgenommen, bevor er ein Sonderbudget bewilligte. Obwohl er in seiner ersten Amtszeit das Artemis-Programm initiierte, kündigte er im vergangenen Sommer an, es nach Artemis III beenden zu wollen. Ob die geplanten Mondstationen – eine in der Umlaufbahn, die andere auf der Oberfläche – jemals Realität werden, ist offen und dürfte maßgeblich von politischen Entscheidungen abhängen.

Trump und Musk verfolgen stattdessen die Vision, den Mars zu erreichen und langfristig zu besiedeln.

Diese Ambitionen erscheinen gegenwärtig jedoch noch unrealistisch, da zahlreiche grundlegende technische und medizinische Probleme ungelöst sind.

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KO KOSMO-Redaktion
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