Steigung zu steil, Software zu schwach: In Innsbruck müssen Fahrgäste der Linie 502 gelegentlich aussteigen und zu Fuß weitergehen, weil die E-Busse nicht genug Kraft haben.
Auf dem steilen Innsbrucker Schusterbergweg müssen Fahrgäste gelegentlich ihre Busfahrt unfreiwillig unterbrechen. Der Grund: Die dort verkehrenden Elektrobusse der Linie 502 schaffen es bei bestimmten Steigungen nicht, mit voller Besetzung den Anstieg zu bewältigen. Passagiere müssen aussteigen und den Weg nach Eichat zu Fuß fortsetzen.
Ein solcher Vorfall ereignete sich erst kürzlich an einem Mittwochnachmittag gegen 16:15 Uhr. Ein aufmerksamer Leser dokumentierte die Situation und berichtete, dass Bekannte von ihm in den vergangenen Wochen mehrfach ähnliche Erfahrungen gemacht hätten.
Nach Anfrage beim Verkehrsbund Tirol (VVT) drückte dieser sein Bedauern über die entstandenen Unannehmlichkeiten aus. Für nähere Informationen verwies der VVT auf das Verkehrsunternehmen Ledermair, das seit Dezember die betroffenen E-Busse auf dieser Strecke betreibt.
Software-Problem
Alexander Ledermair, Geschäftsführer des Busunternehmens, lieferte schließlich die Erklärung für die Probleme: „Es handelt sich um ein vereinzeltes Software-Problem, das ausschließlich beim Bergauffahren auftritt. Die Busse erhalten dadurch nicht ihre volle Leistung freigegeben, was zur Überhitzung führen kann.“ Dies sind typische Anfangsschwierigkeiten der Fahrzeuge von MAN.
Eine dauerhafte Lösung ist bereits in Arbeit, benötigt jedoch noch etwas Zeit. Die neue Software muss zunächst autorisiert werden, bevor sie installiert werden kann – ein Prozess, der laut Ledermair bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen könnte. „Wir erwarten die Behebung bis Ende Februar oder Anfang März“, erklärte der Geschäftsführer. Als Überbrückungsmaßnahme hat der Hersteller MAN acht Dieselbusse zur Verfügung gestellt, die nun ebenfalls auf der Strecke eingesetzt werden.
Seltene Ausfälle
Ledermair betonte, dass die Probleme ausschließlich am Schusterbergweg auftreten und selbst dort selten vorkommen: „Täglich fahren zehn Busse diese Steigung hinauf. Die Ausfälle sind äußerst selten.“ Er wies zudem darauf hin, dass technische Schwierigkeiten bei neuen Fahrzeugen generell auftreten können – „bei Dieselbussen fallen solche Probleme nur weniger auf.“
Der VVT bestätigte, dass die E-Busse auf anderen Strecken, beispielsweise in Serfaus/Fiss/Ladis in Tirol, seit Mai 2024 ohne Probleme im Einsatz sind.
Der Grund: „Die dort fahrenden Fahrzeuge nutzen bereits eine aktuellere Version der Steuerungssoftware.“