Nestle weitet den Rückruf von Babynahrung nach verschärften Grenzwerten für das Toxin Cereulide aus. Im Hintergrund laufen Ermittlungen zu zwei Todesfällen bei Säuglingen.
Nach der Senkung des Grenzwerts für das Toxin Cereulide (bakterielles Gift) in Frankreich hat der Lebensmittelkonzern Nestle seinen umfangreichen Rückruf von Babynahrung erweitert. Wie der Konzern heute bekannt gab, ist nun auch eine Charge der Marke Guigoz betroffen. Die französischen Behörden hatten am Samstag nach Beratungen mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) strengere Grenzwerte festgelegt. Bereits in den Monaten Dezember und Jänner musste Nestle verschiedene Chargen von Guigoz und weiteren Produktlinien vom Markt nehmen.
Marktbeobachter zeigten sich überrascht von dieser Entwicklung, da Analysten keine weiteren Produktrückrufe erwartet hatten. Das problematische Toxin Cereulide, das bei Konsumenten Erbrechen und Übelkeit auslösen kann, wurde in Inhaltsstoffen nachgewiesen, die aus einer chinesischen Produktionsstätte stammen. Diese beliefert nicht nur Nestle, sondern auch andere namhafte Hersteller von Säuglingsnahrung wie Danone und Lactalis.
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Weltweite Rückrufe
Infolgedessen kam es in mehr als zwanzig Ländern – darunter auch in Österreich – zu Rückrufaktionen. Die Angelegenheit gewinnt zusätzlich an Brisanz durch laufende Untersuchungen der französischen Justizbehörden. Die Staatsanwaltschaft untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und den zurückgerufenen Guigoz-Produkten.
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Sowohl das französische Gesundheitsministerium als auch der Nestle-Konzern betonen jedoch, dass derzeit keine Beweise für einen kausalen Zusammenhang vorliegen.
Mit den Untersuchungsergebnissen wird in den nächsten Tagen gerechnet.