Nach wochenlangen Protesten räumte die Polizei das Camp im Bergschlößlpark. Der Kampf um 240 Bäume weicht nun dem Bau der umstrittenen A26 durch Linz.
Die Polizei beendete am vergangenen Donnerstag die Protestaktionen im Bergschlößlpark in Linz, wo Aktivisten seit Mitte November gegen die Rodungsarbeiten und den Bau der Autobahn A26 demonstriert hatten. Die Räumung des Camps verlief ohne Zwischenfälle, wenngleich die Demonstranten ihren Unmut deutlich zum Ausdruck brachten. Besonders kritisch sehen Umweltschützer den geplanten Verlust von etwa 240 Bäumen in der Umgebung des Bergschlößl- und Ziegeleiparks.
Die Linzer Umweltstadträtin Eva Schobesberger betont: „Es wird immer deutlicher, welche massiven Eingriffe und Konsequenzen die Errichtung einer Autobahn mitten durch unsere Stadt nach sich ziehen wird.“ Sie bekräftigt den vorrangigen Schutz des wertvollen Altbaumbestandes und verweist auf Ausgleichsmaßnahmen – im Zuge des Fernkälteausbaus sollen zehn Schwammstadtbäume im klimatisch betroffenen Volksgartenviertel gepflanzt werden.
Baumschutz-Konzept
Die Stadtverantwortlichen betonen ihre Bemühungen um eine einvernehmliche Lösung in den vergangenen Wochen. Ein Gutachten zum Baumschutz sei erstellt und ein externer Sachverständiger hinzugezogen worden. Nun gehen die Verantwortlichen in die Offensive: Sowohl das Stadtgrün-Ressort als auch die an den Bauarbeiten beteiligte Linz AG beteuern, dem Baumschutz „oberste Priorität“ einzuräumen.
Ein umfassendes Schutzkonzept sei von Anfang an Grundvoraussetzung gewesen. Vertreter aus Stadt, Land und Bund sowie die Asfinag werben unermüdlich für das Großprojekt A26 und versprechen eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt sowie eine Reduzierung der Lärm- und Umweltbelastung.
Die Bauarbeiten für den Westring haben bereits 2015 begonnen und werden voraussichtlich noch weitere neun Jahre in Anspruch nehmen.