Italiens Autobahnen werden teurer – aber nicht überall. Die jüngste Mauterhöhung trifft Vielfahrer besonders hart, während ein Drittel der Strecken preisstabil bleibt.
Die italienische Autobahn-Maut ist seit Jännesbeginn teurer geworden. Grundlage dafür ist eine Verordnung des Verkehrsministeriums unter Leitung von Matteo Salvini. Die durchschnittliche Preiserhöhung sollte bei 1,5 Prozent liegen, was der prognostizierten Inflationsrate entspricht. Allerdings wurden die Tarife nicht flächendeckend angehoben – während einige Streckenabschnitte teurer wurden, blieben andere preisstabil. So hatten die Betreibergesellschaften Autostrada Alto Adriatico und Strada dei Parchi vorab bereits kommuniziert, ihre Gebühren nicht anzuheben.
Die Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo hat in einer unabhängigen Untersuchung die Preisentwicklung auf 38 wichtigen Autobahnabschnitten analysiert. Das Ergebnis: Die Mautgebühren stiegen im Durchschnitt um 1,1 Prozent. Etwa ein Drittel der untersuchten Strecken verzichtete komplett auf Preiserhöhungen – besonders in Nordwestitalien, den zentralen Landesteilen und auf Sizilien blieben die Tarife unverändert.
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Die Altroconsumo-Studie zeigt, dass die Preiserhöhungen meist zwischen zehn und 20 Cent pro Fahrt liegen. Für Gelegenheitsfahrer fallen diese Beträge kaum ins Gewicht, doch für regelmäßige Nutzer wie Pendler oder Logistikunternehmen summieren sich die zusätzlichen Kosten über das Jahr zu spürbaren Mehrausgaben.
Teuerste Strecken
Laut einem Bericht von „il Giornale“ zählen nun folgende Autobahnabschnitte zu den kostspieligsten: Für die Strecke A4 von Mailand Ost nach Venedig-Mestre werden 22,30 Euro fällig (plus 10 Cent), die A14 von Neapel nach Bari Nord kostet 21,60 Euro (plus 30 Cent), für die A14 von Pescara Nord nach Rom Ost werden unverändert 21,40 Euro berechnet, und die A1 von Florenz Süd nach Rom Nord schlägt mit 20 Euro zu Buche (plus 30 Cent).
Regionale Unterschiede
Bei Betrachtung der Mautkosten pro 100 Kilometer ergibt sich ein anderes Ranking: Die A4 zwischen Novara Ost und Ghisolfa kostet 14,08 Euro, die A4 von Turin-Rondissone nach Novara West 13,86 Euro und die A24 von Teramo nach L’Aquila Ost 10,59 Euro – jeweils bezogen auf 100 Kilometer Fahrstrecke.
Nach Einschätzung von Altroconsumo hat die Neuregelung zu einem „sehr uneinheitlichen Mautsystem mit erheblichen regionalen Unterschieden“ geführt.
Die Verbraucherschützer kritisieren zudem, dass die Preisgestaltung nicht immer mit der tatsächlichen Qualität der Straßeninfrastruktur oder dem Serviceangebot auf den jeweiligen Strecken korreliert.