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Tatverdacht

Hitlers Teehaus in Flammen: Polizei fasst mutmaßlichen Brandstifter (VIDEO)

Hitlers Teehaus in Flammen: Polizei fasst mutmaßlichen Brandstifter (VIDEO)
FOTO: Screenshot
3 Min. Lesezeit |

Nach dem verheerenden Feuer im historischen Kehlsteinhaus in Bayern steht ein Motorradfahrer unter dringendem Tatverdacht. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde schwer beschädigt, die Löscharbeiten dauerten am Samstag noch an.

Die Ermittlungsbehörden in Bayern gehen davon aus, den mutmaßlichen Verursacher des Großbrandes am Obersalzberg gefasst zu haben. Wie deutsche Medien am Samstag berichteten, gibt es deutliche Hinweise darauf, dass ein Motorradfahrer das Feuer gelegt haben könnte. Der Mann wurde nach Ausbruch des Brandes festgenommen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigte am Rande des CSU-Parteitags in München, dass der Tatverdächtige aus der Region stamme und verletzt worden sei. Er befinde sich vorerst im Krankenhaus. Die genauen Hintergründe des Brandes waren zunächst noch unklar.

Schwierige Löscharbeiten am Kehlsteinhaus

Der Brandalarm wurde nach Angaben der Polizei am Freitagabend gegen 21.50 Uhr durch einen Rauchmelder im Kehlsteinhaus ausgelöst. Als die alarmierten Feuerwehren am Einsatzort eintrafen, stand das Gebäude bereits in Vollbrand.

Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der Lage auf 1.834 Metern Seehöhe und der schwierigen Zugangsbedingungen besonders anspruchsvoll. Im Gebäude konnten sich die Einsatzkräfte laut Polizei nur mit schwerem Atemschutz bewegen. Rund 200 Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte waren an der Bekämpfung des Feuers beteiligt.

Zum Zeitpunkt des Brandes befand sich niemand im Gebäude. Verletzte wurden daher nicht gemeldet. Die Löscharbeiten dauerten am Samstag weiterhin an.

Wiederaufbau des historischen Gebäudes geplant

Bayerns Innenminister Herrmann geht davon aus, dass das historische Gebäude wiederaufgebaut wird. „Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können“, sagte er. Das Kehlsteinhaus gehört dem Freistaat Bayern und fällt in die Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Die Berchtesgadener Landesstiftung verfügt über ein Nießbrauchsrecht, das ihr die Nutzung des Gebäudes ermöglicht.

Die Behörden kündigten für Samstagnachmittag eine Pressekonferenz in Berchtesgaden an, bei der weitere Einzelheiten zum Brand und zu den Ermittlungen bekannt gegeben werden sollten.

Kehlsteinhaus als Repräsentationsbau der NS-Zeit

Das Kehlsteinhaus, auch Adlerhorst genannt, wurde in den Jahren 1937 und 1938 als repräsentatives Teehaus für Adolf Hitler errichtet. Es war Teil des sogenannten Führersperrgebiets am Obersalzberg und sollte Adolf Hitler als politischer Repräsentationsort dienen. Tatsächlich spielte das Gebäude für Hitler selbst eine vergleichsweise geringe Rolle. Häufiger wurde es von anderen führenden Nationalsozialisten für Erholung und private Feiern genutzt.

Während des Zweiten Weltkriegs blieb das Gebäude unbeschädigt. Seit 1952 wird es als Gaststätte betrieben. Eine Ausstellung informiert Besucher über die nationalsozialistische Vergangenheit des Ortes.

Der Brand betrifft damit nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch einen Ort, dessen Geschichte eng mit dem NS-Regime verbunden ist.

Hier lässt sich über die Webcam die aktuelle Lage am Kehlsteinhaus und das Ausmaß der Schäden nach dem Großbrand verfolgen.

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KO KOSMO-Redaktion
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