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Verteidigungspakt

Im Falle eines Angriffs: Zehn europäische Länder bereiten Massen-Evakuierung vor

Im Falle eines Angriffs: Zehn europäische Länder bereiten Massen-Evakuierung vor
FOTO: iStock/LIVINUS
2 Min. Lesezeit |

Zehn nordeuropäische Staaten bereiten sich gemeinsam auf das Undenkbare vor – mit einem Abkommen, das den Ernst der Lage kaum verbergen kann.

Zehn Staaten in Nordeuropa haben sich auf die gemeinsame Planung grenzüberschreitender Evakuierungen für den Fall einer schweren Krise oder eines bewaffneten Konflikts geeinigt. Wie Schweden am Mittwoch bekanntgab, zieht die Vereinbarung explizit Lehren aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Neben Deutschland und Polen sind die NATO-Mitglieder Estland, Lettland, Litauen, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und Dänemark beteiligt – allesamt Länder, die ihre Verteidigungsplanung angesichts einer möglichen militärischen Konfrontation mit Russland in den vergangenen Jahren deutlich intensiviert haben.

Gemeinsame Evakuierungspläne

Das schwedische Verteidigungsministerium begründete die Initiative mit den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg: Vorübergehende Bevölkerungsbewegungen hätten sich dort als wirksames Mittel erwiesen, um die Landesverteidigung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Zivilbevölkerung in Sicherheit zu bringen. Die zehn Unterzeichnerstaaten wollen nun gemeinsam konkrete Pläne für Transportwege, Grenzkontrollen und Reisekorridore erarbeiten. Darüber hinaus sollen Regelungen für die Aufnahme und Registrierung von Geflüchteten sowie den besonderen Schutz vulnerabler Gruppen festgelegt werden.

Baltische Vorläufer

Der Hintergrund dieser Bemühungen ist nicht abstrakt: Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 haben über 6 Millionen Menschen die Ukraine verlassen und Schutz in europäischen Ländern gesucht. Bereits im vergangenen Jahr hatten die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen untereinander vergleichbare Notfallpläne beschlossen, die auf ein mögliches Massenfluchtgeschehen im Falle eines russischen Angriffs vorbereiten sollen. Die Grundlage für diese grenzüberschreitenden Evakuierungspläne bildete eine im Mai 2025 vereinbarte engere Zusammenarbeit im Zivilschutz zwischen den drei Ländern. Finnland, das eine gemeinsame Grenze von rund 1.340 Kilometern mit Russland teilt, schloss 2024 ein ähnliches bilaterales Abkommen mit Schweden.

Der Kreml hat derweil wiederholt betont, Russland habe keine Absicht, NATO-Staaten anzugreifen.

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KO KOSMO-Redaktion
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