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Bankenübernahme

Unicredit startet Übernahmeangebot für Commerzbank

Unicredit startet Übernahmeangebot für Commerzbank
(FOTO: iStock)
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Die italienische Großbank UniCredit, Muttergesellschaft der Bank Austria, hat ein formelles Übernahmeangebot für die Commerzbank auf den Tisch gelegt. Der gebotene Preis liegt bei rund 30,80 Euro je Aktie; Ziel ist es, den bestehenden Anteil auf mehr als 30 Prozent auszubauen – ohne dabei die Kontrolle über das Institut zu übernehmen. Die offizielle Präsentation des Angebots ist für Anfang Mai vorgesehen, gefolgt von einer vierwöchigen Angebotsfrist.

Für denselben Monat ist eine außerordentliche Hauptversammlung angesetzt, auf der die Zustimmung der Anteilseigner eingeholt werden soll. Als bereits größter Einzelaktionär der Commerzbank strebt UniCredit einen konstruktiven Austausch mit dem Institut und seinen Stakeholdern an, um die im deutschen Übernahmerecht verankerte 30-Prozent-Schwelle zu überwinden.

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Breiter Widerstand

Das Vorhaben stößt auf entschiedenen Widerstand: Commerzbank-Führung, Bundesregierung und Gewerkschaften stemmen sich gegen die Pläne – letztere vor allem aus Sorge um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp tritt für die Unabhängigkeit des Hauses ein und hat ambitionierte Renditeziele sowie höhere Ausschüttungen an die Aktionäre in Aussicht gestellt.

Trotz eines Rekordgewinns im Jahr 2024 plant die Commerzbank den Abbau von rund 3.900 Stellen, überwiegend in Deutschland. Orlopp setzt dabei auf den zuletzt gestiegenen Aktienkurs als Schutzwall gegen das Übernahmebegehren.

UniCredit-Chef Andrea Orcel zeigt sich unbeeindruckt und verweist auf erhebliche Synergien, die eine Verbindung beider Häuser aus seiner Sicht bieten würde. Er plädiert dafür, dass Europa angesichts der Stärke amerikanischer Großbanken auf leistungsfähigere, größere Institute setzen müsse. Die Gewerkschaft ver.di hingegen warnt vor einem massiven Stellenabbau und erinnert an die Übernahme der HVB durch UniCredit im Jahr 2005, die damals zu einem deutlichen Schrumpfungsprozess geführt hatte.

Politische Dimension

Auf politischer Ebene lehnt Bundeskanzler Friedrich Merz die Übernahme ab und betont, Deutschland benötige eine starke, eigenständige Commerzbank. Der Bund hält rund 12 Prozent der Anteile und hat klar signalisiert, diese Beteiligung nicht veräußern zu wollen. Den Einstieg von UniCredit hatte der Teilrückzug des Bundes im September 2024 erst ermöglicht – die Mailänder Bank nutzte diesen Schritt, um in großem Umfang Anteile zu erwerben und den deutschen Staat als größten Aktionär abzulösen.

Überraschend kam das Übernahmeangebot nicht: Bereits im März 2025 hatte die Europäische Zentralbank UniCredit grünes Licht gegeben, ihren Anteil auf knapp 30 Prozent zu erhöhen; auch das Bundeskartellamt erteilte seine Genehmigung. UniCredit wirbt seit Monaten offensiv für eine Fusion und sieht in einem gemeinsamen Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden erhebliches Potenzial.

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KO KOSMO-Redaktion
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