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Telefonbetrug

Anrufe von falschen Polizisten und Anwälten: Seniorin übergibt acht Kilo Gold

Anrufe von falschen Polizisten und Anwälten: Seniorin übergibt acht Kilo Gold
FOTO: iStock/PIKSEL/style-photography
2 Min. Lesezeit |

30 Anrufe, ein falscher Polizist und ein Schließfach voller Gold – Betrüger trieben eine Seniorin in eine Million-Euro-Falle.

In Vöcklabruck ist eine 70-jährige Frau einem dreisten Telefonbetrug zum Opfer gefallen: Die Betrüger brachten sie dazu, acht Kilogramm Gold im Wert von rund einer Million Euro an einen falschen Polizisten zu übergeben. Grundlage des Betrugs war ein sogenannter Schockanruf, bei dem der Frau weisgemacht wurde, ihr Sohn habe in Wien einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.

Psychoterror per Telefon

Die Täter setzten die Frau durch eine Abfolge von Anrufen massiv unter Druck, bis sie schließlich bereit war, Geld, Münzen oder Gold auszuhändigen. Am Dienstag meldete sich zunächst ein angeblicher Polizist bei der Seniorin und behauptete, ihr Sohn habe das Kind eines bulgarischen Diplomaten totgefahren und eine deutsche Touristin schwer verletzt. Gerald Sakoparnig, Leiter der Betrugsabteilung der Landespolizeidirektion Oberösterreich, bezeichnet das Vorgehen als Psychoterror: „Die Frau hatte am Ende rund 30 Anrufe erhalten. Es hat sich nach dem Polizisten noch der Staatsanwalt und sogar der angebliche Richter gemeldet.“

Im Verlauf der Gespräche wurde die Frau aufgefordert, umgehend eine Kaution für ihren Sohn zu beschaffen – entweder 350.000 Euro oder acht Kilogramm Gold. „Offenbar hat die Frau selbst das Gold in einem Gespräch erwähnt“, so Sakoparnig. Völlig aufgewühlt begab sich die Frau daraufhin zu ihrer Bank, holte das gesamte Gold aus ihrem Schließfach und übergab es einem ihr unbekannten Mann, der sich als Polizist ausgab.

Warnung der Polizei

Erst im Anschluss an die Übergabe wandte sich die Frau an die Polizei und erstattete Anzeige. Sakoparnig warnt: „Da gibt es gerade eine ganze Welle an Anrufen in ganz Oberösterreich. Erst vor wenigen Tagen hat eine 80-jährige Linzerin 30.000 Euro gezahlt.“

Er stellt klar, dass weder Polizei noch Staatsanwaltschaft jemals telefonisch Geld fordern und derartige Kautionen schlicht nicht existieren. Betroffene sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, das Gespräch sofort beenden und unverzüglich die Polizei verständigen.

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KO KOSMO-Redaktion
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