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Freie Republik Verdis

21-Jähriger ruft eigenen Staat am Balkan aus – und vergibt 400 Pässe (VIDEO)

21-Jähriger ruft eigenen Staat am Balkan aus – und vergibt 400 Pässe (VIDEO)
FOTO: Instagram/danieljacksonvs
3 Min. Lesezeit |

Ein 21-Jähriger ruft seinen eigenen Staat aus – doch die Realität holt ihn schneller ein, als er Pässe ausstellen kann.

Der 21-jährige Australier Daniel Jackson hat an der Grenze zwischen Kroatien und Serbien die „Freie Republik Verdis“ ausgerufen. Das fiktive Staatsgebilde erstreckt sich über ein Stück Land an der Donau, das etwa der Fläche von 75 Fußballfeldern entspricht. Jackson, der derzeit in Großbritannien lebt, verfolgt mit dem Projekt die Idee einer neutralen Zone, die als Rückzugsort für NGOs und internationale Vermittler dienen soll.

Die Inspiration für das Vorhaben fand er in Vukovar. Die Flagge von Verdis ist in Blau-Weiß-Blau gehalten, das Wappen zeigt einen weißen Storch und eine Eiche. Über das Projekt berichtet das Portal Heute.

Einreiseverbot kassiert

Die Staatskarriere des jungen Australiers stieß jedoch bereits bei ihrem ersten praktischen Test an eine harte Grenze. Als Jackson versuchte, „sein“ Territorium zu betreten, reagierte die kroatische Polizei prompt – mit einem dauerhaften Einreiseverbot. Jacksons Team war davon ausgegangen, ein Terra Nullius gefunden zu haben: ein Niemandsland auf jenem Abschnitt der Donaugrenze, über dessen genauen Verlauf Zagreb und Belgrad bis heute streiten.

Der selbsternannte Präsident behauptet, kroatische Polizei und Bagger seien in das Gebiet eingedrungen und hätten alles zerstört. Das kroatische Innenministerium ließ daran keinen Zweifel: Verdis existiert nicht. Das betreffende Gebiet gehöre nach internationalem Recht zu Kroatien und sei Teil eines ungelösten Grenzstreits – für eine „Besetzung“ durch Internetabenteurer stehe es jedenfalls nicht zur Verfügung.

Jacksons großes Vorbild

Jackson selbst macht kein Geheimnis daraus, dass sein großes Vorbild der tschechische Aktivist Vit Jedlicka ist, der 2015 auf ähnliche Weise Liberland auf der Donauinsel Gornja Siga ausgerufen hatte. Wie Jedlicka versucht auch Jackson, ein rechtliches Vakuum im Grenzstreit für sich zu nutzen – in der Hoffnung auf mediale Aufmerksamkeit. Doch während Jedlicka es immerhin zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht hat und seit Jahren versucht, die Gornja Siga zu erreichen, regiert Jackson seinen Staat vorerst ausschließlich vom Laptop aus.

Aus dem Exil heraus behauptet er freilich, Verdis wachse stetig. Rund 400 Staatsbürgerschaften soll er bislang vergeben haben – und das Verfahren ist keineswegs trivial: Bewerberinnen und Bewerber müssen ein Führungszeugnis vorlegen, einen Eignungstest absolvieren und Kenntnisse in Englisch, Kroatisch oder Serbisch nachweisen.

Während Europa mit handfester Geopolitik beschäftigt ist, hegt Jackson ambitionierte Pläne: Er will eine Vertretung in der EU eröffnen, einen digitalen Firmensitz als Steueroase etablieren sowie eine Verfassung verabschieden und erste Wahlen abhalten.

In den sozialen Netzwerken sorgt er derweil für Klicks: Ein Video, in dem er versucht, in das „verbotene Land“ einzureisen, und dabei von der kroatischen Polizei zurückgedrängt wird, avancierte zum veritablen Hit.

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KO KOSMO-Redaktion
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