Wien rüstet auf: Im Ernstfall flimmern bald keine Werbebotschaften mehr über Citylights – sondern amtliche Warnmeldungen.
Wien weitet seine Warninfrastruktur aus: Geprüfte Warnmeldungen der Stadt können künftig automatisch und in Echtzeit auf digitalen Werbeflächen der Gewista ausgespielt werden – dort, wo täglich hunderttausende Menschen unterwegs sind. Die öffentliche Informationsversorgung soll damit gezielt gestärkt und die Reichweite amtlicher Warnungen im Stadtgebiet deutlich ausgebaut werden.
Das System ist bereits einsatzbereit. Seinen ersten öffentlichen Praxistest wird es anlässlich des bundesweiten Zivilschutz-Probealarms am Samstag, 3. Oktober 2026, zwischen 12.00 und 13.00 Uhr absolvieren – gemeinsam mit den Sirenen und AT-ALERT werden dann auch die digitalen Plakatflächen in Wien probeweise eine Warnmeldung anzeigen.
Neue Schnittstelle
Grundlage ist die bestehende Warn- und Alarmplattform der Stadt Wien, über die bereits Sirenen und AT-ALERT gesteuert werden. Über eine neu geschaffene Schnittstelle können Meldungen nun direkt an die Gewista übermittelt und dort auf den City-Lights sichtbar gemacht werden. In Österreich kommt dieses Modell der Informationsverbreitung erstmals in Wien zum Einsatz.
Technisch ist das System so konzipiert, dass laufende Werbeschaltungen sofort unterbrochen und durch geprüfte Warnmeldungen ersetzt werden. Sobald die Warnzeit abläuft oder eine Meldung zurückgenommen wird, kehrt der reguläre Werbebetrieb automatisch zurück.
Gesicherte Prozesse
Die Erstellung der Warnmeldungen obliegt dem Krisenmanagement der Stadt Wien, das auf Basis der jeweiligen Gefahrenlage und in Abstimmung mit den zuständigen Magistratsabteilungen handelt. Nur freigegebene und signierte Meldungen gelangen in das System. Die Schnittstellen sind gesichert, sämtliche Ausspielungen werden lückenlos protokolliert und revisionssicher dokumentiert.
Redundanzmechanismen sorgen für eine hohe Systemverfügbarkeit. Wie bei Sirenen und AT-ALERT werden keine personenbezogenen Daten verarbeitet; technische und organisatorische Schutzmaßnahmen sichern die Systeme gegen unbefugten Zugriff ab.
Die technische Umsetzung ermöglicht eine rasche, gezielte und flächendeckende Information der Bevölkerung – besonders in stark frequentierten Bereichen des städtischen Raums. Entwickelt wurde die Lösung in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Gewista.
„Digitale Außenwerbung erreicht Menschen im Alltag unmittelbar und ohne aktive Mediennutzung. Genau darin liegt ein enormes Potenzial für die öffentliche Sicherheit. Mit der Integration in die Warn- und Alarmplattform der Stadt Wien leisten wir einen konkreten Beitrag, damit wichtige Warnmeldungen schnell, zuverlässig und breit sichtbar werden“, so Franz Solta, CEO der Gewista.
„Die Verteilung von Warnmeldungen über die Werbeflächen der Gewista erlaubt es uns, gezielt Orte mit hoher Publikumsfrequenz zu erreichen. Dadurch ist gewährleistet, dass die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt wird“, ergänzt Josef Kneisl, Initiator des Projekts Warn- und Alarmplattform des Krisenmanagements der Stadt Wien.