Rekordglut trifft Nordkorea – und das Regime hat eine ganz eigene Antwort auf die historische Hitzewelle.
Eine Rekordtemperatur von 36,7 Grad Celsius hat die Koreanische Halbinsel fest im Griff – und Nordkoreas Staatsmedien reagieren auf die historische Hitzewelle mit einer Mischung aus Volksweisheit und Propagandainszenierung. Während das Staatsfernsehen den neuen Temperaturrekord verkündete, empfehlen regimetreue Medien der Bevölkerung altbewährte Hausmittel gegen die Hitze – allen voran Hundefleischsuppe. Kim Jong Un wird dabei als Führer präsentiert, der die Strapazen Seite an Seite mit seinem Volk erträgt.
Staatsmedien & Hitze
Besonders ins Auge sticht die Empfehlung der Parteizeitung Rodong Sinmun: In einem am 2. August erschienenen Gesundheitsbeitrag zitierte das Blatt einen Arzt des Allgemeinkrankenhauses in Pjöngjang, der neben erfrischenden Lebensmitteln wie Wassermelonen, Gurken und Mungobohnen auch „nahrhafte Speisen“ ans Herz legt – darunter Hundefleischsuppe, Fischbrei und Rote-Bohnen-Brei. Der Hundefleischsuppe widmete die Zeitung sogar einen eigenen Artikel, in dem sie als traditionelles Sommergericht gewürdigt wird.
Zur Untermauerung bemühte Rodong Sinmun ein altes Sprichwort: Selbst wenn Hundefleischsuppe während der Hundstage über die Fußspitzen verschüttet werde, wirke sie wie Medizin.
Die Empfehlung ist keine neue Entwicklung: Die nordkoreanischen Staatsmedien beschreiben Hundefleischsuppe seit Jahren als traditionelle Gesundheits- und Sommernahrung – die aktuelle Berichterstattung reiht sich damit in eine jahrelange Praxis ein.
Ungewöhnliche Berichterstattung
Die sogenannten Sambokil (koreanische Hundstage) – die heißesten Wochen des Jahres, im Volksmund auch als Hundstage bekannt – erfahren in diesem Sommer ungewöhnlich breite mediale Aufmerksamkeit. Nach einer Reihe tropischer Nächte widmen die Staatsmedien dem Thema Hitze auffällig viel Raum – ein Umstand, der angesichts der sonst streng kontrollierten Berichterstattung in Nordkorea für sich spricht.