Ein Aktenfehler bringt den Maradona-Prozess ins Wanken – und stellt die Grundlage zentraler Gutachten infrage.
Im Gerichtsverfahren um den Tod des argentinischen Fußballstars Diego Maradona hat eine folgenschwere Datenverwechslung durch die Krankenkasse zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Anhörung geführt.
Fehlerhafte Unterlagen
Vor dem Gericht in San Isidro, nördlich von Buenos Aires, wurde geprüft, ob die irrtümliche Übermittlung der Krankenaktendaten von Diego Maradona und seinem Vater die Gutachten im laufenden Verfahren beeinflusst hat. Die Krankenkasse räumte ein, versehentlich falsche Unterlagen übermittelt zu haben, was den Prozess zeitweise zum Stillstand brachte. Die Staatsanwaltschaft in San Isidro hat daraufhin beantragt, die Verwaltungsräume von Swiss Medical sowie zwei Kliniken zu durchsuchen, um die tatsächlichen medizinischen Unterlagen zu sichern. Der Nierenfacharzt Hernan Trimarchi, der in dem Verfahren als Sachverständiger auftritt, stellte jedoch klar: „Das wird meine endgültige Diagnose nicht ändern.“
Sieben Angeklagte
Vor Gericht müssen sich insgesamt sieben Ärzte und Pflegekräfte verantworten, denen schwerwiegende Fehler in der Betreuung Maradonas angelastet werden. Das medizinische Gutachten nimmt dabei eine Schlüsselrolle bei der Klärung von Schuld und Verantwortung im Zusammenhang mit Maradonas Tod am 25. November 2020 ein.
Ein früheres Verfahren war bereits wegen eines nicht autorisierten Dokumentarfilms für nichtig erklärt worden.