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Balkan

Dramatische Flucht auf Brač: Glut setzt Haare von Baby in Brand

Dramatische Flucht auf Brač: Glut setzt Haare von Baby in Brand
Symbolbild. FOTO: EPA
4 Min. Lesezeit |

Apokalyptische Szenen auf Brač: Hunderte Feuerwehrleute kämpfen gegen ein Feuer, das eine ganze Insel in Atem hält. Ein Urlauber aus Bosnien und Herzegowina musste sogar die brennenden Haare seines Babys löschen.

Mit 235 Feuerwehrleuten und 68 Fahrzeugen kämpft die kroatische Insel Brač gegen verheerende Waldbrände – und die Lage hat sich in der Nacht erstmals etwas entspannt. Die Flammen breiteten sich nicht weiter aus, wie das Feuerwehr-Einsatzzentrum Brač bestätigte: „Die Situation ist somit günstiger als in den vorangegangenen Nächten.“

Massive Zerstörung

Dennoch ist das Ausmaß der Zerstörung enorm. Mehr als 4.000 Hektar Wald, Buschland und Macchia sind bereits den Flammen zum Opfer gefallen. Die Brandfront erstreckt sich über eine Länge von 35 bis 40 Kilometern.

Besonders schwer getroffen wurde die Bucht Duboka bei Milna, deren Vegetation weitgehend vernichtet ist. Der Brand bei Bol konnte inzwischen gelöscht werden.

Ivan Kovacevic, Bezirksfeuerwehrkommandant der Gespanschaft Split-Dalmatien, zeigte sich vorsichtig optimistisch: Die Brände könnten in den kommenden Tagen stabilisiert werden, vorausgesetzt, der Wind bleibt aus. „Der Brand hat ein riesiges Gebiet erfasst“, sagte er und mahnte zugleich zur Geduld.

400 Menschen aus Hotel evakuiert

Besonders dramatisch verlief die Lage rund um einen Hotelkomplex auf Brač. Allein dort mussten rund 400 Gäste und Mitarbeiter evakuiert werden. Zahlreiche weitere Urlauber mussten ihre Hotels und Ferienunterkünfte verlassen.

Eine Rückkehr ist für viele derzeit nicht möglich. Gleichzeitig gestaltet sich auch die Heimreise von der Insel schwierig, weshalb die Behörden neben dem Kampf gegen die Flammen auch die Rückreise gestrandeter Urlauber organisieren müssen.

„Unser Hotel ist völlig zerstört, wir wollen einfach nur heim“, berichtete ein Tourist aus Großbritannien.

Vonseiten des betroffenen Hotels hieß es, die absolute Priorität liege bei den Gästen und Mitarbeitern. Man werde weiterhin alles tun, um den Betroffenen die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen.

Insgesamt mussten auf Brač rund 700 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden.

Nikola Martinic Dragan, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Supetar, schilderte die Situation in eindringlichen Worten: „Es war ziemlich apokalyptisch.“ Die Evakuierung der Gäste habe höchste Priorität gehabt. „Das Resort hatte für uns Priorität, denn Menschen sind uns am wichtigsten – es war eine große Herausforderung“, so Martinic Dragan.

Baby fing plötzlich Feuer

Wie dramatisch die Flucht für die Urlauber war, zeigt die Schilderung eines Touristen aus Bosnien und Herzegowina. Adem befand sich gemeinsam mit seiner Frau und seinem Baby in dem betroffenen Resort und beschrieb die Szenen laut Dnevnik.hr als Situation „wie aus einem Horrorfilm“.

Während die Familie auf einem Felsen am Meer Schutz suchte, fiel plötzlich glühende Asche auf den Kopf des Babys. Die Haare des Kindes begannen zu brennen. Vor der Familie schlugen die Wellen gegen die Felsen, hinter ihr näherte sich das Feuer.

„Während ich das Kind hielt, habe ich das Feuer auf ihrem Kopf buchstäblich mit dem Mund gelöscht“, schilderte der Vater die dramatischen Sekunden. Seine Frau und das Baby seien glücklicherweise unverletzt geblieben.

Das Kind habe in der Nacht zunächst gehustet, am folgenden Tag sei es ihm jedoch wieder gut gegangen. „Sie ist gut gelaunt, alles ist super. Es ist also gut ausgegangen“, berichtete Adem.

Am nächsten Tag konnte die Familie außerdem zu ihrer Unterkunft zurückkehren. Das Auto und das Zimmer waren nicht den Flammen zum Opfer gefallen. Besonders beeindruckt zeigte sich der Familienvater vom Einsatz der Feuerwehrleute. Er habe einen der Einsatzkräfte wiedergetroffen und könne kaum glauben, was diese in der Nacht geleistet hätten: „Wirklich Helden wie aus einem Film.“

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KO KOSMO-Redaktion
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