Milliarden Euro fließen Jahr für Jahr aus dem Ausland nach Serbien. Zahlen der serbischen Nationalbank zeigen, welchen wirtschaftlichen Stellenwert Menschen haben, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern leben und ihre Familien in der Heimat unterstützen.
Die Diaspora bleibt für Serbien ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nach Angaben der Nationalbank Serbiens belief sich der Nettozufluss aus Überweisungen im ersten Halbjahr 2026 auf rund 2,4 Milliarden Euro. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es rund zwei Milliarden Euro.
Besonders interessant aus österreichischer Sicht ist, woher das Geld kommt. Den größten Anteil hatte im ersten Halbjahr Deutschland mit 24,9 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 12,5 Prozent. Auf Österreich entfielen 9,5 Prozent der Überweisungen nach Serbien, die USA kamen auf sechs Prozent.
Damit kommt nahezu jeder zehnte Euro dieser erfassten Geldflüsse aus Österreich.
Mehr als nur Unterstützung für die Familie
Für viele Familien sind diese Überweisungen ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags: Eltern werden unterstützt, Wohnungen renoviert, Kredite bezahlt oder größere Anschaffungen finanziert.
Die Zahlen zeigen zugleich die volkswirtschaftliche Dimension. Im ersten Halbjahr 2026 betrug der Nettozufluss aus ausländischen Direktinvestitionen laut Nationalbank rund 840 Millionen Euro. Der Nettozufluss aus Überweisungen lag damit deutlich höher. Die beiden Größen erfüllen wirtschaftlich zwar unterschiedliche Funktionen und lassen sich daher nicht eins zu eins vergleichen, sie verdeutlichen aber, wie groß die finanziellen Ströme aus dem Ausland tatsächlich sind.
Auch die Nationalbank nennt höhere Überweisungen als einen Faktor dafür, dass sich Serbiens Leistungsbilanzdefizit im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringerte.