80 Citylights, 650 Plakate, 100 Standaktionen: Die Wiener FPÖ geht mit voller Kraft auf die Stadtregierung los.
Die Wiener FPÖ hat eine neue stadtweite Kampagne unter dem Motto „So kann’s nicht weitergehen“ ins Leben gerufen, mit der sie einen politischen Richtungswechsel in Wien einfordert. Parteiobmann Dominik Nepp und seine Partei nehmen dabei die Stadtregierung unter Bürgermeister Michael Ludwig direkt ins Visier.
Vorwürfe gegen Ludwig
Im Zentrum der Kampagne stehen konkrete Vorwürfe gegen die Wiener Stadtpolitik: Die FPÖ thematisiert Affären rund um die Wiener Volkshochschulen und das Marktamt sowie die sogenannten „Ludwig/Ruck-Files“. Bei den Wiener Volkshochschulen geht es um einen Bericht des Stadtrechnungshofes, wonach 2,29 Millionen Euro an die Stadt Wien zurückgezahlt werden müssen, weil für das Projekt Wiener Lernhilfe angeforderte Fördermittel nicht vollständig verbraucht wurden und im Finanzierungsabkommen zugleich die Pflicht zu umfassendem Einblick in alle Unterlagen für den Stadtrechnungshof gestrichen wurde.
Die Marktamt-Affäre bezieht sich auf den bisherigen Leiter der Wiener Magistratsabteilung 59 (Marktamt), Andreas Kutheil, der seine Funktion am 16. Juli 2026 mit sofortiger Wirkung zurücklegte, nachdem gegen ihn Vorwürfe unter anderem wegen Mobbing, Sexismus und Rassismus bekannt geworden waren.
Unter den Ludwig/Ruck-Files versteht die FPÖ Tonbandaufnahmen bzw. Gesprächsprotokolle eines Gesprächs mit Ex-Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck, in denen ein Bauprojekt der AUVA beim Unfallkrankenhaus Meidling und ein von Ruck erwähnter „Einseiter“ an Bürgermeister Michael Ludwig zur beschleunigten Abwicklung dieses Projekts thematisiert werden. Die Wiener FPÖ hat am 13. August 2026 eine Sachverhaltsdarstellung bzw. Anzeige wegen mutmaßlichen Amtsmissbrauchs gegen Bürgermeister Michael Ludwig und Walter Ruck bei der Staatsanwaltschaft Wien eingebracht.
Landesparteisekretär Lukas Brucker bringt die Stoßrichtung der Partei auf den Punkt: „Wien braucht einen Kurswechsel und diesen Kurswechsel gibt es nur mit der FPÖ und Dominik Nepp.“ Brucker ergänzt: „Während sich Ludwig wegduckt und versucht, Skandale auszusitzen, übernehmen wir die Kontrollarbeit.“
Inhaltlich konzentriert sich die Kampagne auf die Themenfelder Sicherheit, Teuerung sowie die gesellschaftlichen Folgen der Zuwanderung. Um ihre Botschaft in der Öffentlichkeit zu verankern, setzt die FPÖ auf mehr als 80 Citylights und rund 650 Plakatflächen im gesamten Wiener Stadtgebiet. FPÖ-Vertreter Stumpf begründet den Ansatz: „Politik muss dort stattfinden, wo die Menschen sind.“
Straße als Bühne
Neben der Plakatwerbung plant die Partei in den kommenden Wochen rund 100 Standaktionen in allen Wiener Gemeindebezirken. Diese direkten Bürgerkontakte sollen als Grundlage für parlamentarische Initiativen dienen und gegebenenfalls rechtliche Schritte vorbereiten. Stumpf unterstreicht dabei den Stellenwert des persönlichen Auftretens: „Unsere wichtigste Fläche bleibt aber die Straße.“