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Neutralitätsdebatte

NATO oder Neutralität? So will sich Österreich verteidigen

NATO oder Neutralität? So will sich Österreich verteidigen
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Neutralität steht am Nationalfeiertag erneut im Fokus. Doch wie soll sich das Land im Fall eines militärischen Angriffs verteidigen?

Am 26. Oktober 1955 beschloss Österreich das Bundesverfassungsgesetz über die immerwährende Neutralität. Seitdem wird an diesem Tag der Nationalfeiertag begangen. Auch heuer stehen die Feierlichkeiten am Wiener Heldenplatz im Mittelpunkt, wo Rekruten angelobt werden und das Bundesheer seine traditionelle Leistungsschau präsentiert.

Doch wie zeitgemäß ist die Neutralität als Verteidigungsmodell? Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Public Opinion Strategies im Auftrag von ATV zeigt, welche Sicherheitsstrategie die Bevölkerung im Ernstfall bevorzugt.

Neutralität, NATO oder EU-Armee?

Für die Erhebung wurden zwischen dem 19. und 22. Oktober 2026 insgesamt 500 wahlberechtigte Österreicherinnen und Österreicher online befragt. Die maximale Schwankungsbreite beträgt laut Heute ±4,4 Prozentpunkte.

42 Prozent der Befragten setzen im Fall eines Angriffs auf die Neutralität und das österreichische Bundesheer. 22 Prozent würden ihre Sicherheit lieber der NATO anvertrauen, während 17 Prozent eine künftige EU-Armee bevorzugen würden.

FPÖ-Wähler halten an Neutralität fest

Besonders hoch ist die Zustimmung zur Neutralität unter den Anhängern der FPÖ. 60 Prozent von ihnen sehen darin das bevorzugte Verteidigungsmodell. 15 Prozent würden hingegen auf die NATO setzen, neun Prozent auf eine EU-Armee.

Bei den ÖVP-Wählern findet die Neutralität ebenfalls großen Rückhalt: 49 Prozent sprechen sich dafür aus. Auch unter den SPÖ-Anhängern ist sie die bevorzugte Variante, wobei die NATO dort um neun Prozentpunkte mehr Zustimmung erhält als bei der ÖVP.

Grüne und NEOS setzen auf internationale Bündnisse

Anders fällt das Ergebnis bei den Grünen aus. 41 Prozent ihrer Wähler bevorzugen die NATO, 42 Prozent eine künftige EU-Armee. Nur zwölf Prozent sehen die Neutralität als bevorzugtes Verteidigungsmodell.

Auch bei den NEOS-Anhängern ist die Zustimmung zur Neutralität vergleichsweise gering. 23 Prozent sprechen sich dafür aus, während 32 Prozent die NATO und 31 Prozent eine EU-Armee bevorzugen.

Hajek: Vertrauen ins Bundesheer angeschlagen

Meinungsforscher Peter Hajek sieht in den Ergebnissen einen Hinweis darauf, dass die Neutralität zwar weiterhin einen hohen Stellenwert besitzt, das Vertrauen in die militärische Verteidigungsfähigkeit Österreichs jedoch unter Druck steht.

„Die Neutralität ist zwar das Liebkind der Österreicherinnen und Österreicher, das Vertrauen in die Verteidigungsfähigkeit ist aber mittlerweile angeschlagen“, erklärt Hajek laut Heute.

42 Prozent würden demnach auf das österreichische Bundesheer vertrauen, während sich 39 Prozent im Fall eines militärischen Angriffs lieber von der NATO oder einer künftigen EU-Armee verteidigen lassen würden.

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KO KOSMO-Redaktion
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