Ein maßgeschneiderter mRNA-Impfstoff gegen Melanome sorgt für Aufsehen – und sendet Signale weit über die Medizin hinaus.
Ein personalisierter mRNA-Krebsimpfstoff, der gemeinsam von Moderna und MSD Sharp & Dohme entwickelt wurde, hat in einer klinischen Studie mit mehr als 1.100 Melanom-Patientinnen und -Patienten bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Zwei Jahre nach Behandlungsbeginn lebten 82,2 Prozent der Teilnehmenden ohne Anzeichen eines Rückfalls – in der Vergleichsgruppe, die lediglich ein Placebo erhalten hatte, lag dieser Wert bei 70 Prozent. Insgesamt wurde das Risiko für einen Rückfall oder Tod um 42 Prozent gesenkt, das Risiko für die Bildung von Fernmetastasen um 38 Prozent.
Bei Patientinnen und Patienten mit der Kombinationstherapie blieben 88,5 Prozent frei von Fernmetastasen, gegenüber 80,2 Prozent in der Placebogruppe. Die Studiendaten werden auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie in Madrid präsentiert.
Individueller Therapieansatz
Anders als herkömmliche Impfstoffe wird diese Therapie nicht nach einem einheitlichen Schema verabreicht, sondern individuell auf das genetische Profil des jeweiligen Tumors abgestimmt. Dazu werden die spezifischen Mutationen des Krebsgewebes analysiert und daraus ein maßgeschneiderter mRNA-Impfstoff entwickelt, der das Immunsystem gezielt darauf trainiert, die Tumorzellen zu erkennen und zu bekämpfen. In Kombination mit Keytruda, einem Immuntherapeutikum aus dem Hause MSD, entfaltet der Impfstoff eine verstärkte Wirkung.
Marktreaktion gemischt
Die Finanzmärkte reagierten auf die Bekanntgabe der Studienergebnisse zunächst mit einem deutlichen Kursanstieg der Moderna-Aktie von 177 Prozent innerhalb eines einzigen Handelstages. Als jedoch die detaillierten Studiendaten veröffentlicht wurden, korrigierte der Kurs und fiel um bis zu 25 Prozent.
Für den deutschsprachigen Raum ist eine Zulassung der Therapie bislang nicht absehbar – ein konkreter Starttermin steht noch aus.