Ein Airbus schlägt in Frankfurt den falschen Weg ein und wird immer schneller. Im Tower bleibt die Abweichung nicht lange unbemerkt.
Auf dem Flughafen Frankfurt ist am Dienstag (20. Oktober) ein Airbus A321 von Pegasus Airlines (Flug PC996) in die falsche Richtung unterwegs gewesen und hat dabei 65 km/h erreicht. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) unterband den Startvorgang und sorgte dafür, dass die Maschine sicher neu navigiert wurde.
Ersten Angaben zufolge hatte die Besatzung zunächst die Freigabe für einen Start von Bahn 18 in Richtung Süden erhalten, rollte danach aber nordwärts. Die Fluglotsen bemerkten die Abweichung und beendeten die Startvorbereitungen, noch ehe das Flugzeug abheben konnte. Über den Vorfall berichteten unter anderem The Aviation Herald und die Hessenschau.
An einer zugewiesenen Auffahrt nahm die Crew des Airbus A321 die falsche Abzweigung und beschleunigte auf 65 km/h, und zwar entgegengesetzt zur erteilten Freigabe. Die Fluglotsen der DFS stoppten den Start, der in südlicher Richtung auf Runway 18 hätte erfolgen sollen, und dirigierten das Flugzeug von der Piste. Laut DFS war weder für Passagiere und Personal noch für andere Flugbewegungen eine Gefahr gegeben.
Einordnung der DFS
Die Deutsche Flugsicherung stufte den Vorfall als „wirklich außergewöhnlich“ ein. Ein Sprecher sagte, so etwas geschehe „nicht häufig. Schon gar nicht in Deutschland“. Zugleich hielt die DFS fest: „Eine Gefährdung habe es allerdings nicht gegeben.“
Der Vorfall wurde der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) gemeldet, die nun prüft, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet wird. Gegenüber der Hessenschau räumte Pegasus Airlines einen Pilotenfehler ein, verneinte aber einen Startversuch. Die Besatzung habe den Fehler bemerkt und mit den Lotsen zusammengearbeitet.
Überschaubare Folgen
Für die Fluggäste blieben die Folgen überschaubar: Laut einem Bericht von The Aviation Herald verzögerte sich der Abflug um sieben Minuten.
Danach startete der Airbus planmäßig in Richtung Istanbul-Sabiha Gökçen.