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Serbien bebt: Vučić gesteht Niederlage gegen Studenten ein

Serbien bebt: Vučić gesteht Niederlage gegen Studenten ein
Foto: epa/ANDREJ CUKIC
3 Min. Lesezeit |

Jahrelang bestimmte er den Kurs Serbiens, nun muss Aleksandar Vučić eine Niederlage einräumen. Seine ersten Zahlen und schweren Vorwürfe sorgen für politischen Zündstoff.

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat nach der Parlamentswahl eine Niederlage seiner politischen Kräfte gegenüber der neuen Studentenbewegung eingeräumt. Auf Grundlage einer stratifizierten Stichprobe gehe er davon aus, dass die Liste der Studierenden zwischen 135 und 140 Mandate erhalten werde, während sein eigenes Lager auf rund 105 Sitze komme. Offizielle Endergebnisse lagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor.

Bereits zuvor hatte Vučić erklärt, dass er gegen 22.30 Uhr mit einer vorläufigen Einschätzung und ersten Ergebnissen rechne. Seine anschließenden Aussagen fielen deutlich aus: „Auf Grundlage der stratifizierten Stichprobe ist klar, dass wir diese Wahl verloren haben. Die Liste der studentischen Blockadebewegung hat gewonnen“, sagte er.

Vorläufige Zahlen

Nach Vučićs Angaben kommt sein Lager auf rund 1,72 Millionen Stimmen, während die Studentenliste etwa 2,2 Millionen erhalten haben soll. Diese Zahlen beruhen auf seiner eigenen Darstellung der Stichprobe und sind nicht mit einem offiziellen Wahlergebnis gleichzusetzen.

Andere politische Kräfte hätten den Einzug ins Parlament demnach verfehlt. Lediglich die ungarische Minderheit aus der Vojvodina könnte mit drei Mandaten und die albanische Minderheit mit einem Sitz vertreten sein. Bei Letzterer vermutete Vučić einen Zusammenhang mit der SDA, schränkte jedoch ein, dass er sich dabei nicht festlegen wolle.

Schwere Vorwürfe

Neben seiner Einschätzung des Wahlausgangs erhob Vučić schwere Vorwürfe gegen seine politischen Gegner. Diese hätten zuvor behauptet, er werde fliehen, seine Koffer packen oder sich aus Angst zurückziehen müssen. All diese Aussagen seien gelogen gewesen, erklärte der serbische Politiker.

Auch frühere Kontroversen griff Vučić auf. „Sie haben über die Schallkanone gelogen, über ‚Sarajevo Safari‘, über Jovanjica – über alles“, sagte er. Damit bezog er sich auf mehrere politisch und gesellschaftlich umstrittene Themen in Serbien. Belege für seine pauschalen Vorwürfe legte er in der zitierten Stellungnahme nicht vor.

Blick nach Österreich

Ein möglicher politischer Machtwechsel in Belgrad wird auch in Österreich aufmerksam verfolgt. Für viele Menschen mit familiären Wurzeln in Serbien sind die politische Stabilität des Landes, die wirtschaftliche Entwicklung und die Beziehungen zur Europäischen Union von besonderem Interesse.

Sollte sich die von Vučić dargestellte Sitzverteilung bestätigen, würde die Studentenbewegung eine starke Position im Parlament einnehmen. Entscheidend sind nun die offiziellen Wahlergebnisse und die anschließenden Verhandlungen über die künftigen Mehrheitsverhältnisse.

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KO KOSMO-Redaktion
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