Ein Sack am Ufer, dann weitere im Wasser: Am Rhein zwischen Stein und Bad Säckingen beginnt eine Spurensuche über die Grenze hinweg.
Im Rhein unweit der deutsch-schweizerischen Grenze sind mehrere Säcke mit Teilen einer männlichen Leiche gefunden worden. Die Kantonspolizei Aargau geht von einem mutmaßlichen Tötungsdelikt aus und sucht Zeugen.
Ins Rollen kam der Fall durch drei Männer, die tags zuvor am Ufer einen Sack bemerkten und ihn an Land zogen. Er enthielt ein menschliches Bein. Der Fundort liegt in der Schweizer Gemeinde Stein im Kanton Aargau, direkt gegenüber von Bad Säckingen auf deutscher Seite.
Anschließend durchkämmte die Polizei den Fluss mit einem Boot und mit Tauchern und stieß dabei auf weitere Säcke mit Leichenteilen. Wer der Mann war, konnten die Behörden nach eigenen Angaben noch nicht abschließend klären.
Der Rheinabschnitt rund um Stein und Bad Säckingen wird stark frequentiert. Nach der Entdeckung des ersten Sacks riegelten Einsatzkräfte Teile des Ufers ab und durchsuchten systematisch das Wasser sowie den Uferbereich. Dabei konnten weitere Säcke geborgen werden.
Die Annahme eines möglichen Tötungsdelikts stützt sich laut Kantonspolizei Aargau auf die bisherigen Ermittlungsansätze. Wo die Leichenteile in den Fluss gelangten und wie lange sie dort lagen, dazu äußerten sich die Behörden vorerst nicht.
Ermittlungen laufen
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen derzeit die Identifizierung des Opfers und die Rekonstruktion dessen, was dem Fund vorausging. Wie die Zeitung Blick berichtet, erklärte ein Polizeisprecher, der Tote habe einen Bezug zu einer nahegelegenen Unterkunft für Asylsuchende gehabt. Ob der Mann tatsächlich dort lebte, ist nicht bestätigt.
Eine ursächliche Verbindung zwischen der Unterkunft und der mutmaßlichen Tat wird nicht gezogen; die Kriminalpolizei des Kantons Aargau ermittelt zu Täter und Hintergründen in alle Richtungen. Gleichzeitig werten die Ermittler Spuren an den Fundstücken aus und gehen der Frage nach, ob es entlang des Rheins weitere Fundorte gibt.
Grenzüberschreitender Fall
Der Fall hat auch wegen seiner Lage über Staatsgrenzen hinweg Gewicht: Da der Rhein Gegenstände und Spuren über weite Strecken treiben lassen kann, könnten Beobachtungen sowohl auf Schweizer als auch auf deutscher Seite von Bedeutung sein.
Die Kantonspolizei Aargau ruft alle auf, die am Rhein oder in dessen Umgebung Verdächtiges bemerkt haben, sich bei ihr zu melden. Von Interesse sind etwa Wahrnehmungen zu Säcken, ungewöhnlichen Aktivitäten am Ufer oder auffälligen Fahrbewegungen in den vergangenen Tagen.
Nähere Einzelheiten will die Polizei erst nach der Auswertung der Spuren und der Obduktion bekannt geben.