Per Schiff kam sie nach Europa, nun jagt sie Bienen. Jetzt spüren Suchtrupps in Vorarlberg die Nester der Asiatischen Hornisse auf.
Nach dreiwöchiger Suche sind in Dornbirn drei Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) aufgespürt worden. Im Vorarlberger Dafins halten die Nachforschungen unterdessen an. Wer ein Tier oder ein Nest entdeckt, soll dies mit einem Foto an die inatura in Dornbirn melden, damit sich die Art nicht weiter ausbreitet.
In den Dornbirner Stadtteilen Wallenmahd, Kehlegg und Grundegg haben die Suchtrupps je ein Nest lokalisiert. Fachleute sollen die Nester nun beseitigen, für zwei davon kommt der Schädlingsbekämpfer schon am Donnerstag. Das Land Vorarlberg koordiniert die Arbeiten eng mit einem Schädlingsbekämpfer und dem Imkerverband.
Verbreitung in Vorarlberg
Erstmals war die Art im Juni in Vorarlberg aufgetaucht, damals mit zwei Primärnestern in Lustenau. Im Juli und August wurden die Tiere dann wiederholt in Dornbirn gesehen.
In Feldkirch-Tisis, direkt an der Grenze zu Liechtenstein, fand sich ein totes Exemplar, weitere Funde gab es dort nicht. Neben Dornbirn gibt es auch in Dafins Nachweise der Hornisse, ein Nest konnte dort bisher aber nicht gefunden werden.
Fotos von Funden gehen an die inatura in Dornbirn. Imker Martin Alfare berichtet, dass immer wieder Menschen die Tiere erkennen und melden. „Dann können wir relativ früh eingreifen.“
Laien sollten ein Nest keinesfalls selbst entfernen. Die Hornissen zeigen ein Schutz- und Abwehrverhalten und verteidigen ihr Nest gemeinsam im Verband.
Dabei stechen sie nicht nur zu, sondern können zusätzlich Gift versprühen. Bei der Nahrungsaufnahme seien sie nicht gefährlicher als Wespen, und auch ihr Gift sei für Menschen grundsätzlich nicht bedrohlicher als jenes ihrer einheimischen Verwandten.
Gefahr für Bienen
Wie Elisabeth Ritter von der inatura erklärt, gelangte die Art per Schiff aus China nach Europa und wurde 2005 erstmals in Frankreich nachgewiesen. Sie ist bei Lebensraum und Nahrungsangebot sehr flexibel und hat in Europa kaum natürliche Feinde. Vor allem die heimischen Honigbienen geraten durch sie unter Druck, denn sie decken ihren Nahrungsbedarf zu bis zu 80 Prozent mit ihnen.
Alfare schildert, wie die Suche abläuft: Ein Lockstoff aus Wein, Bier und Süßem zieht die Tiere an, anschließend werden sie markiert. Aus der Zeitspanne zwischen zwei Besuchen am Locktopf lässt sich abschätzen, wie weit das Nest entfernt ist. Nach Sichtungen fängt er einzelne Tiere und stattet sie mit einem Sender aus, um die Nester genauer zu orten.
Primärnester im Frühjahr lassen sich noch gut finden. Sekundärnester hängen im Hochsommer dagegen oft weit oben in Baumkronen und sind schwer zu entdecken.
In ihnen leben 1.500 bis 2.000 Tiere, und bis ein Nest gefunden wird, sind häufig schon 150 bis 200 Jungköniginnen ausgeflogen.