Wien bereitet sich auf Verkehrschaos vor: Der FPO-Akademikerball sorgt für massive Proteste in der Innenstadt. Sperrungen und Kontrollen sind angekündigt.
Am Freitagabend drohen erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Wiener Innenstadt, ausgelöst durch Proteste gegen den FPO-Akademikerball in der Hofburg. Die Polizei hat umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen angekündigt, darunter ein Platzverbot am Heldenplatz ab 17 Uhr und eine Sperrung der Ringstraße für den Verkehr. Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Mehrere Standkundgebungen sind in der Innenstadt geplant.
Anlässlich des #Akademikerball dürfen wir über folgende Verkehrsbeeinträchtigungen informieren ⤵ #w0703 pic.twitter.com/KwSlCGaUgS
— POLIZEI WIEN (@LPDWien) March 5, 2025
Proteste und Verkehrsmaßnahmen
Zusätzlich organisiert die „Offensive gegen Rechts“ eine Marschkundgebung, die ebenfalls um 17 Uhr startet und vom Universitätsring über den Hohen Markt zum Stephansplatz führt. Diese Aktivitäten werden voraussichtlich zu Verkehrsbehinderungen führen, einschließlich temporärer Straßensperren und Umleitungen. Trotz der Sperrungen haben Ballgäste Zugang zur Veranstaltungsstätte. Auch der öffentliche Nahverkehr wird beeinträchtigt sein, wie der OAMTC warnt. Mehrere hundert Polizisten aus Wien, Niederösterreich und Oberösterreich sind im Einsatz. Der Zutritt zur Hofburg erfordert die Bereitschaft zur Kontrolle von Kleidung und Taschen, so die Polizei. Der Ball ist ausverkauft, wie der Veranstalter und FPO-Gemeinderat Udo Guggenbichler bekanntgab.
Historische Proteste
Historisch gesehen, waren die Ballveranstaltungen von teils heftigen Protesten begleitet, besonders im Jahr 2014. Die Proteste richten sich primär gegen deutschnationale Burschenschafter. Die FPO Wien übernahm nach Differenzen mit der Wiener Hofburg die Organisation des Balls, der in „Akademikerball“ umbenannt wurde. Die Gästeliste des Balls sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen. Martin Sellner, Mitgründer der Identitären, war wiederholt anwesend. Trotz der Abwesenheit von FPO-Chef Herbert Kickl wird die Partei stark vertreten sein, mit Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und weiteren FPO-Funktionären.
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Die Demonstrationen werden voraussichtlich auch pro-palästinensische Teilnehmer umfassen, die keine Scheu vor der Zusammenarbeit mit umstrittenen Strömungen haben. Dies führt zu mehreren unabhängigen Kundgebungen. Ballveranstalter Guggenbichler kritisiert die geplanten Proteste scharf: „Es ist traurig genug, dass die radikale Linke unseren Ball stören möchte. Dass sich aber eine eindeutig antisemitistische Gruppe dazu mischt, ist auf das Schärfste abzulehnen.“ Antisemitismus dürfe in der österreichischen Hauptstadt keinen Raum bekommen, betonte er in einer Stellungnahme.