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ERFAHRUNGSBERICHT

Alena: „Wegen der MA35 musste ich meine Kinder in Wien lassen und nach Bosnien zurück“

Auch, wenn Alenas Töchter und ihr Ehemann österreichische Staatsbürger sind, wurde ihr Visumsantrag abgelehnt. (FOTO: Amel Topčagić)

In den letzten Tagen wurde Kritik an der Arbeit der MA35 immer lauter. Ihre negativen Erfahrungen mit dem Amt erzählte uns Alena Cakić, die ihre Kinder in Wien lassen musste.

Die Zeit der Corona-Pandemie hat das Leben vieler unserer Mitbürger ins Chaos gestürzt, denn die MA35 ließ keinen Parteienverkehr zu. Gut, das war in der ganzen Welt so, aber die Beamten beantworteten auch keine Telefonanrufe oder E-Mails und die Menschen fühlten sich wie Gefangene. KOSMO ist einigen der Geschichten, die man täglich hörte, auf den Grund gegangen und hat mit Menschen unserer Herkunft über ihre Erfahrungen mit der Magistratsabteilung 35 gesprochen.

Melis, von Beruf Musiker, ist schon 1992 aus Bosnien-Herzegowina nach Wels (Oberösterreich) gekommen. Nachdem er seine Familie gegründet hatte, kamen auch seine Frau und sein kleiner Sohn nach und erhielten das Aufenthaltsrecht in Österreich. In Wels wurde dann ihre Tochter geboren. Nicht lange danach erhielten Melis und die Kinder die österreichische Staatsbürgerschaft, auf die Alena noch keinen Anspruch hatte. Aber…

„Nach viereinhalb Jahren in Wels ging ich 2016 mit den Kindern nach Sarajevo zurück, um mein Studium an der Musikakademie abzuschließen. Ich bekam mein Diplom und arbeitete eine Zeit lang dort. Aber da uns das Getrenntleben immer schwerer fiel, haben wir uns geeinigt, nach Wien zu ziehen. Im September 2020 hatten wir schon eine Wohnung, die Kinder waren eingeschult und ich bekam einen Termin bei der MA 35, um meinen Visumsantrag abzugeben. Da mein Mann und die Kinder österreichische Staatsbürger sind, erwartete ich nicht, dass Probleme auftreten könnten”, beginnt Alena ihre Geschichte gegenüber KOSMO.

Da mein Mann und die Kinder österreichische Staatsbürger sind, erwartete ich nicht, dass Probleme auftreten könnten

Alena Cakić

Von der MA 35 kam keine Antwort und im Dezember liefen die 90 Tage ab, die sie in Österreich verbringen durfte. Denn der Antrag von Frau Cakić wurde als Erstantrag behandelt, obwohl sie vorher in Wels gelebt hatte.

„Schweren Herzens ließ ich die Kinder bei meinem Mann und fuhr nach Sarajevo. Das war schrecklich für mich! Vom Magistrat kam im Jänner eine schriftliche Aufforderung, Dokumente nachzureichen, obwohl sie das Papier, das sie forderten, bereits hatten. Dennoch schickte ich es sofort noch einmal. Im März, als ich noch in BiH war, erhielt ich dann die Ablehnung mit der Begründung, dass wir nicht genügend finanzielle Mittel zum Leben hätten. Wir konnten es nicht glauben, denn ich hatte die Bestätigung einer Firma beigefügt, die sich verpflichtete, mich mit einem Monatsgehalt anzustellen, das für die Ausstellung der Rot-Weiß-Rot-Karte ausreichte. Es wunderte uns auch, dass in der Ablehnung unsere minderjährigen Kinder nicht erwähnt waren, obwohl sie alle ihre Dokumente hatten”, so die Fortsetzung des traumatischen Erlebnisses.

Von der MA 35 kam keine Antwort und im Dezember liefen die 90 Tage ab, die sie in Österreich verbringen durfte. Denn der Antrag von Frau Cakić wurde als Erstantrag behandelt, obwohl sie vorher in Wels gelebt hatte.

„Schweren Herzens ließ ich die Kinder bei meinem Mann und fuhr nach Sarajevo. Das war schrecklich für mich! Vom Magistrat kam im Jänner eine schriftliche Aufforderung, Dokumente nachzureichen, obwohl sie das Papier, das sie forderten, bereits hatten. Dennoch schickte ich es sofort noch einmal. Im März, als ich noch in BiH war, erhielt ich dann die Ablehnung mit der Begründung, dass wir nicht genügend finanzielle Mittel zum Leben hätten. Wir konnten es nicht glauben, denn ich hatte die Bestätigung einer Firma beigefügt, die sich verpflichtete, mich mit einem Monatsgehalt anzustellen, das für die Ausstellung der Rot-Weiß-Rot-Karte ausreichte. Es wunderte uns auch, dass in der Ablehnung unsere minderjährigen Kinder nicht erwähnt waren, obwohl sie alle ihre Dokumente hatten”, so die Fortsetzung des traumatischen Erlebnisses.

Endlich kann sich die vierköpfige Familie Cakić freuen! Der Vater der Familie, Melis (46), die Mutter Alena (41), ihr Sohn Arien (10) und die Tochter Lana (7) dürfen offiziell in Wien zusammenleben, nachdem ein Gericht die Entscheidung der MA 35 aufgehoben hat, mit der der Mutter der minderjährigen Kinder das Recht auf ein Visum verwehrt worden war.

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