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Anschlagspläne in Wien: Terror-Verdächtige nicht mehr in U-Haft

(FOTO: vale_t/BalkansCat/Dmitri Toms)
(FOTO: vale_t/BalkansCat/Dmitri Toms)

Ein 17-jähriger, der sich zur radikal-islamistischen Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) bekannt und Pläne für einen Anschlag am Wiener Hauptbahnhof gehegt hatte, ist wieder in Freiheit. Der junge Mann, hatte laut eigenen Aussagen vor, am symbolträchtigen Datum des 11. September 2023 einen Terroranschlag zu verüben.

Er entschied sich jedoch im letzten Augenblick dagegen. Nach acht Monaten in Haft, sieben davon in Untersuchungshaft, wurde der Jugendliche nun entlassen und befindet sich in einem Deradikalisierungsprogramm. Auch die vier Hauptverdächtigen bei den Ermittlungen um die mutmaßlichen Terrorpläne gegen den Wiener Stephansdom und den Kölner Dom wurden aus der Untersuchungshaft entlassen.

Deradikalisierungsprogramm

Seit dem 10. Mai lebt der junge Mann in einer betreuten Wohngemeinschaft und nimmt an einem speziell konzipierten Programm teil, das ihm helfen soll, sich von radikalen Ideologien zu lösen. Zu den Maßnahmen gehören ein intensives Deradikalisierungsprogramm und ein Anti-Gewalt-Training. Diese Schritte sind Teil eines umfassenderen Bemühens, junge Menschen, die in den Sog extremistischer Gruppierungen geraten sind, wieder in die Gesellschaft zu integrieren.

Weiterer Fall kurz vor Weihnachten

Die Nachricht von seiner Entlassung fällt zusammen mit Berichten über mögliche Anschlagspläne auf den Wiener Stephansdom, die kurz vor Weihnachten aufgedeckt wurden. Hinter diesen Plänen sollen Mitglieder des IS-Ablegers ISKP stehen, wie aus Ermittlungen hervorgeht. Dieser Fall hatte ebenfalls für Aufsehen gesorgt und die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus in Europa erneut in den Mittelpunkt gerückt.

Entlassungen und U-Haft

In diesem Kontext wurden sieben Personen als Beschuldigte geführt, von denen vier bis zuletzt in Untersuchungshaft saßen. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat jedoch für diese vier einen Antrag auf Enthaftung gestellt, da der dringende Tatverdacht nicht länger vorliege. Trotz der Entlassung befinden sich diese Personen, darunter ein türkisch-tadschikisches Ehepaar, ein Mann aus Dagestan und ein aus Deutschland ausgelieferter Verdächtiger, derzeit in Schubhaft, in Erwartung ihrer bevorstehenden Abschiebung.

Die Entscheidung, die Verdächtigen nicht freizulassen, sondern in eine andere Form der Haft zu überführen, deutet darauf hin, dass Behörden weiterhin von einem gewissen Risiko ausgehen.