Start NEWS POLITIK Anschober will jetzt FFP2-Maskenpflicht im Freien
SCHREIBEN AN LANDESHAUPTLEUTE

Anschober will jetzt FFP2-Maskenpflicht im Freien

(FOTOS: BKA/Andy Wenzel, iStockphotos)

Ein Schreiben aus dem Gesundheitsministerium soll den Plan der Regierung belegen: Eine FFP2-Maskenplicht an stark frequentierten Orten im Freien.

Die Outdoor-Maskenpflicht wurde in den vergangenen Wochen immer wieder stark in der Öffentlichkeit diskutiert. Bei einem Corona-Gipfel im Bundeskanzleramt sprach sich am Montag schließlich auch Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl dafür aus. Und nun könnte die FFP2-Maskenpflicht im Freien auch tatsächlich umgesetzt werden: In einem Schreiben, das der „Heute“ zugespielt worden sein soll, soll Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die neun Landeshauptleute dazu angewiesen haben, eine Maskenpflicht an gut besuchten Orten im Freien zu verfügen.

In dem zugespielten Schriftstück an die „Heute“ heißt es wörtlich aus dem Gesundheitsministerium „Vor dem Hintergrund des anhaltenden Pandemiegeschehens sowie der geänderten Rechtslage werden die Bundesländer erneut ersucht, umgehend Regelungen auf Landes- oder Bezirksebene zu schaffen, wonach beim Betreten stark frequentierter öffentlicher Orte im Freien eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine zumindest gleichwertige bzw. einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen ist, sohin eine Tragepflicht von FFP2-Masken im Freien besteht.”

Konkret soll die Regelung alle öffentlichen Orte, an denen der 2-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann, betreffen, sprich: „Dabei sollen insbesondere Einkaufsstraßen mit hoher Frequenz und entsprechende Gebiete in Stadtzentren von der FFP2-Maskenpflicht im Freien erfasst sein.“

In den Ländern steht man dieser Maßnahme, auch aufgrund des hohen Umsetzungsaufwands, sehr skeptisch gegenüber. Wien hatte etwa bereits in der Vorwoche erklärt, eine derartige Regelung „nicht sinnvoll“ zu finden. Das Gesundheitsministerium hält indes „eine konkrete Beschreibung der jeweils betroffenen Bereiche – etwa durch Nennung des Straßennamens und von Hausnummern“ für „erforderlich“. Zudem seien Orte, an denen die FFP2-Maskenpflicht im Freien gilt, „deutlich zu kennzeichnen“. Ob zu diesem Zweck neue Verkehrszeichen angedacht sind, steht nicht in dem Dokument. In der Hauptstadt etwa müsste wohl für den kompletten ersten Bezirk eine General-Outdoor-Maskenpflicht verhängt werden.

Ex-Minister schäumt: „Chaos“
Und auch erste Oppositionsparteien steigen bereits auf die Barrikaden, etwa die die steirische FPÖ in einer OTS: „Diese Maßnahme ist aus freiheitlicher Sicht nicht nachvollziehbar und total überschießend. Wir lehnen eine derartige Regelung natürlich ab“, so der ehemalige Verteidigungsminister Mario Kunasek. Er findet: „Die Bundes- und Landesregierung bleiben mit diesem Vorgehen ihrer Chaospolitik treu.“

Quellen und Links: