Von DNA-Tests bis zu jahrzehntelangen Rechtsstreitigkeiten: Die Balkan-Musikszene kennt viele Geschichten über uneheliche Kinder und ihre prominenten Väter.
Uneheliche Kinder in der Musikbranche sind längst kein Tabu-Thema mehr, und die Liste der Prominenten mit Nachwuchs aus kurzen Liebesaffären ist beachtlich lang. Nachdem Sängerin Milica Todorovic kürzlich ein Kind mit einem verheirateten Mann bekommen hat, rückt das Thema wieder verstärkt ins Rampenlicht. Ein Blick auf die bekanntesten Fälle aus der Musikszene zeigt die unterschiedlichsten Umgangsformen mit dieser persönlichen Situation.
Dragan Kojic Keba stand jahrelang im Zentrum einer der umstrittensten Vaterschaftsdebatten der Branche. Seine frühere Geliebte Ljiljana Jevremovic behauptete beharrlich, Keba sei der Vater ihrer Tochter Ina – was der Sänger lange Zeit kategorisch abstritt. Nach einem zermürbenden Rechtsstreit brachte schließlich ein DNA-Test Gewissheit: Keba ist tatsächlich der biologische Vater, und das Gericht entschied zugunsten von Ljiljana.
Als einer der Vorreiter in Sachen öffentliches Bekenntnis zu einem unehelichen Kind gilt Goran Bregovic. Während einer Liaison mit der Tänzerin Jasenka aus Sarajevo wurde Tochter Zeljka geboren. Der Musiker erkannte seine Vaterschaft umgehend an und stand ohne Zögern zu seiner Verantwortung.
Vorbildliche Väter
Marinko Rokvic wird oft als Musterbeispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit „Jugendsünden“ genannt. Der Sänger erkannte seinen unehelichen Sohn Dario frühzeitig an und behandelte ihn stets gleichwertig zu seinen Söhnen Nikola und Marko aus seiner Ehe. Nach Marinkos Tod rückten die Brüder noch enger zusammen – ihre Beziehung gilt heute als außergewöhnlich harmonisch und von tiefem gegenseitigem Respekt geprägt. Marinkos Entscheidung, zu Dario bedingungslos zu stehen, fand damals in ganz Serbien Anerkennung.
Ein ganz anderes Bild zeigt der Fall von Miroslav Ilic und Mirjana Antonovic, deren Rechtsstreit sich bereits über drei Jahrzehnte hinzieht. Mirjana behauptet, der Sänger sei der Vater ihres Sohnes Devin. Obwohl sie zwischenzeitlich ein Urteil zu ihren Gunsten erwirkte, wurde dieses später aufgehoben. Der Fall erregt nach wie vor enormes öffentliches Interesse. Ilic bestreitet die Vaterschaft vehement und verweigert einen DNA-Test mit der Behauptung, alles sei inszeniert. Mirjana hingegen schildert, sie hätten sich während seiner Amerika-Tournee kennengelernt, und aus ihrer Romanze sei Sohn Devin hervorgegangen.
⇢ Lepa Brena live in Wien: Musiklegende bringt 2026 das Multiversum zum Beben
Umstrittene Fälle
Der einst als großer Frauenheld bekannte Halid Muslimovic weigerte sich jahrelang, seine uneheliche Tochter Ena anzuerkennen. Erst eine DNA-Analyse brachte die Bestätigung ihrer Abstammung. Obwohl Halid auch einen Sohn Enis und eine Tochter Lejla aus anderen Beziehungen hat, mied er konsequent jedes Mediengespräch über Ena und den Prozess der Vaterschaftsfeststellung.
Der „König der Volksmusik“ wurde mit gerade einmal 18 Jahren Vater seines ersten, unehelichen Sohnes Robert. Zeitlebens bemühte er sich um ein harmonisches Verhältnis zwischen Robert und den Kindern aus seiner Ehe mit Gordana – den Töchtern Sanela und Ilda sowie Sohn Mihajlo.
Era Ojdanic machte nie ein Geheimnis aus seiner Vorliebe für das weibliche Geschlecht. Hinter ihm liegen zahlreiche Liebesgeschichten und zwei uneheliche Kinder – Sohn Andreas und Tochter Bjanka. Der Sänger, insgesamt fünffacher Vater, betonte stets, dass er auch seine unehelichen Nachkommen finanziell abgesichert hat und seine Familie sie vollständig akzeptiert hat.
Der Frontmann der Gruppe Hari Mata Hari hat mit seiner Ehefrau Aida Sohn Damir und Tochter Nadja. Dennoch kursierten in der Region lange Zeit Gerüchte über seine Affäre mit einer gewissen Maja, mit der er den unehelichen Sohn Mak bekommen haben soll.
Beobachter weisen immer wieder auf die verblüffende Ähnlichkeit zwischen dem Jungen und dem Sänger hin.