Lamine Yamal hat die Fantasie bei Barcelona zurückgebracht. Mit unmöglichen Diagonalpässen und genialen Spielzügen öffnet der 17-Jährige eine Schatzkiste voller Möglichkeiten. Seine Persönlichkeit strahlt auf dem Rasen, während gegnerische Verteidiger verzweifelt nach Halt suchen.
„Ich vergleiche mich mit niemandem, am wenigsten mit Messi, der der Beste der Geschichte ist. Solche Dinge überlasse ich den Medien“, erklärte Yamal bescheiden, nachdem der Argentinier ihn als einen der Besten der Welt geadelt hatte.
Die Parallelen zu Lionel Messi waren zu Beginn seiner Karriere unvermeidlich. Beide sind Linksfüßer, durchliefen die Talentschmiede La Masia und kümmerten sich nie sonderlich um Hierarchien. Doch das Etikett „Messi-artig“ verblasst zusehends, da Yamal seinen eigenen Stil entwickelt. Wenn er überhaupt einem von Barcelonas legendären Zehnern ähnelt, dann eher Ronaldinho. Der Brasilianer schenkte Barcelona 2003 sein Lächeln und die Freude am Spiel zurück.
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Ronaldinho-Parallelen
Ähnlich wie Ronaldinho, der bei seinem Debüt mit einem Traumtor gegen Sevilla verzückte, hat Yamal den Katalanen neues Leben eingehaucht. Ronaldinho kam damals als zweite Wahl nach den gescheiterten Verhandlungen mit David Beckham, brachte dem Verein jedoch Führung und Identität zurück. Wie der Brasilianer, der mit seinem Charisma und seiner Spielfreude begeisterte, prägt Yamal bereits jetzt Barcelonas Spielweise.
Seine technischen Fähigkeiten auf dem Platz beeindrucken. Wenn Ferran Torres in die Tiefe startet, weiß er, dass Yamal ihn im Lauf finden wird. Wenn Raphinha einen Verteidiger angreift, dann nur, weil er sich sicher ist, dass Yamal den Ball auch dann zuspielen kann, wenn es scheinbar keinen Passweg gibt.
Magische Momente
Blättert man im mentalen Highlight-Album, wird deutlich, dass Yamals Momente nicht nur wegen ihrer Ausführung, sondern vor allem wegen ihrer Ästhetik in Erinnerung bleiben. Das Lächeln mit Zahnspange im Bernabeu, die 50-Meter-Vorlage mit der Außenseite für Raphinha gegen Villarreal, der Solo-Slalomlauf durch sechs Alaves-Verteidiger – all das sind Beispiele seiner Genialität.
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Im Pokalfinale gegen Real Madrid spielte er nicht fehlerlos, doch als Barcelona die Bestätigung seiner Dominanz brauchte, ließ er zweimal Fran García stehen und legte perfekt für Pedri auf. Statistisch betrachtet ist Yamal das am wenigsten produktive Mitglied von Barcelonas Offensivtrio, doch seine Präsenz auf dem Rasen verleiht dem Barça-Spiel wieder Würze.
Zahlen und Expertenstimmen
Statistisch untermauert Yamal seinen eigenen Weg: Mit gerade einmal 17 Jahren hat er bereits 100 Pflichtspiele für Barcelona und die spanische Nationalmannschaft absolviert und dabei 21 Tore und beeindruckende 30 Assists gesammelt. Zum Vergleich: Lionel Messi hatte nach ebenso vielen Einsätzen 40 Tore und 13 Vorlagen vorzuweisen. Besonders bemerkenswert: In der laufenden Saison 2024/25 führt Yamal die Vorlagenliste in La Liga an.
Barça-Trainer Hansi Flick beschreibt Yamals Entwicklung als „genial“ und betont das Außergewöhnliche daran, wie souverän sich der Teenager bereits gegen körperlich überlegene und erfahrene Gegenspieler durchsetzt.
Mit gerade einmal 17 Jahren verkörpert er das flüssige Selbstvertrauen des gesamten Vereins, den Weg zu Erfolgen und das Tor zu neuen Möglichkeiten. Er kennt keine Furcht, etwas zu wagen.
„Die Angst habe ich längst im Park von Mataró zurückgelassen.“ Barcelona hofft nur, dass er niemals erwachsen wird.