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Kälteresistenz

Bei Minus 50 Grad versagen alle – außer diesen Gebrauchtwagen

Bei Minus 50 Grad versagen alle – außer diesen Gebrauchtwagen
(Foto: iStockphoto)
3 Min. Lesezeit |

Während Temperaturen von minus 50 Grad Celsius Motoren zum Erliegen bringen könnten, haben Sibiriens Autofahrer eine überraschende Lösung gefunden: japanische Gebrauchtwagen mit Rechtslenkung.

In Sibiriens Kälte

Haben Sie sich schon einmal gefragt, welche Autos bei minus 50 Grad noch zuverlässig ihren Dienst tun? In den östlichsten Regionen Russlands, wo der Winter Extrembedingungen mit sich bringt, setzen die Einwohner auf überraschende Fahrzeugmodelle.

Jakutien, die flächenmäßig größte und kälteste Region Russlands, verzeichnet regelmäßig Temperaturen von minus 50 Grad in der Hauptstadt Jakutsk. In den Orten Oimjakon und Werchojansk wurden sogar schon bis zu minus 70 Grad gemessen. Entgegen der Erwartung, dass dort hauptsächlich massive Geländewagen oder Spezialfahrzeuge unterwegs sind, prägt ein ganz anderes Bild die Straßen.

Auf den sibirischen Straßen dominieren japanische Gebrauchtwagen mit Rechtslenkung – ein Phänomen mit einfacher Erklärung: Die geografische Nähe zu Japan macht den Import von Gebrauchtwagen über den Hafen von Wladiwostok seit Jahrzehnten zur praktischsten Lösung. Tausende Fahrzeuge aller Baujahre erreichen auf diesem Weg den russischen Markt zu erschwinglichen Preisen. Die Rechtslenkung stellt dabei weder ein Zulassungshindernis noch ein praktisches Problem dar.

Zwar hat der russische Einmarsch in die Ukraine 2022 und die daraus resultierenden Sanktionen den Import japanischer Gebrauchtwagen gebremst, doch ist er nicht zum Erliegen gekommen. Parallel dazu haben chinesische Hersteller begonnen, Marktanteile zu erobern.

Toyota dominiert

Eine Analyse des lokalen Portals Drom zum Automarkt in Jakutien seit 2015 zeigt ein eindeutiges Bild: Die fünf meistverkauften Modelle stammen allesamt von Toyota mit Rechtslenkung – während in westlicheren Teilen Russlands traditionell der heimische Lada dominiert. An der Spitze steht der kompakte Toyota Vitz (in Europa als Yaris bekannt), gefolgt vom Toyota Fielder (Corolla-Variante). Auf den weiteren Plätzen folgen die Limousinen Allion und Premio sowie der Minivan Ipsum. Diese Modelle haben sich als besonders winterfest und sparsam erwiesen – ein entscheidender Vorteil, da viele Fahrer in Jakutien ihre Motoren wochenlang durchlaufen lassen, um ein „Einfrieren“ zu verhindern.

Für zusätzlichen Komfort sorgen nachgerüstete Webasto-Heizsysteme, die Motor und Innenraum bei extremer Kälte auf Temperatur halten. In Norilsk im Norden der Region Krasnojarsk, wo neben der Kälte auch das Gelände besondere Herausforderungen stellt, führt ebenfalls Toyota die Statistik an – hier besonders mit dem robusten Land Cruiser. Es folgen der russische Lada Vesta, Kia Rio, Hyundai Solaris und der Nissan X-Trail. Ähnliche Verteilungen zeigen sich auch in der Region Tschukotka.

Russische Alternativen

Neben japanischen und zunehmend chinesischen Fahrzeugen behaupten sich auch einige russische Modelle erfolgreich in den nördlichen Regionen. Der moderne Geländewagen UAZ Patriot und der legendäre Kleinbus UAZ-452 (Spitzname „Buchanka“) werden seit der Sowjetzeit nahezu unverändert produziert. Letzterer findet vielseitige Verwendung bei Rettungsdiensten, Polizei, Transporteuren und Privatpersonen. Mit einem Neupreis von etwa einer Million Rubel (rund 11.500 Euro) – vergleichbar mit einem Kia Rio – bietet er ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für die extremen Bedingungen.

Beliebt sind auch der größere GAZ „Sobol“, der häufig von Behörden und Transportunternehmen eingesetzt wird, sowie der Geländewagen UAZ-469 bzw. „Hunter“, der seit über 50 Jahren produziert wird und nach wie vor gefragt ist.

Eine Gemeinsamkeit verbindet alle Fahrzeuge in Sibirien: Sie werden ausschließlich mit Benzin betrieben. Diesel würde bei den extremen Minusgraden schlichtweg einfrieren. Der dauerhaft laufende Motor stellt dabei kein wirtschaftliches Problem dar – Benzin kostet in Russland umgerechnet nur etwa 60 Cent pro Liter.

Die Bewohner von Jakutsk, Norilsk, Workuta und anderen sibirischen Städten haben eine automobile Lebensweise entwickelt, die weltweit einzigartig ist.

Geprägt von extremer Anpassungsfähigkeit an eine der unwirtlichsten Umgebungen unseres Planeten.

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KO KOSMO-Redaktion
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