Start News Chronik Bein amputiert wegen Penis-Foto: Lenker muss 7 Jahre ins Gefängnis
NIEDERÖSTERREICH

Bein amputiert wegen Penis-Foto: Lenker muss 7 Jahre ins Gefängnis

Symbolbild (FOTO: iStockphotos)

Da der 40-jährige Philipp L. der Ehefrau eines 40-Jährigen ein Bild von seinem Penis geschickt hat, wollte der 39-Jährige seinen Nebenbuhler aus dem Weg räumen. Nun muss er hinter schwedische Gardinen.

Der 39-Jährige Österreicher mit türkischen Wurzeln war über die Tatsache, dass ein anderer Mann seiner Ehefrau ständig Nacktfotos schickt überhaupt nicht erfreut.(KOSMO berichtete) Zudem sollen Philipp L. und die Frau des Verurteilten immer wieder gechattet haben.

Überfahren: Opfer musste Bein amputiert werden
Anfang Mai war der 39-Jährige gerade mit seinen Kindern auf dem Weg zum Arzt, als er seinen Nebenbuhler erblickte. Dabei soll der Ehemann seinen Widersacher zur Rede stellen haben wollen, jedoch schlussendlich „unabsichtlich“ überfahren haben. So zumindest laut seinem Anwalt. Der Lenker soll den 40-Jährigen mit dem Wagen gegen den Gartenzaun gedrückt und während der Aktion sogar sein Kennzeichen verloren haben.

Philipp L. erlitt dabei schwere Verletzungen an beiden Beinen und eines musste ihm sogar amputiert werden. Seither sitzt der 40-Jährige im Rollstuhl.

Prozess wegen Mordes
Am Donnerstag stand der 39-jährige Familienvater wegen versuchten Mordes vor Gericht. Auch wenn der Verurteilte den Fall selbst bei der Polizei meldete, so sprach er die gesamte Zeit über von einem „Unfall“. Es dauerte nicht lange, bis Zweifel an der Geschichte aufkamen.

Sowohl ein Augenzeuge, ein Bekannter des Opfers als auch das Gutachten durch Ärzte belasteten den Angeklagten schwer. Der Zeuge erzählte, dass der Angeklagte seinen Widersache mit vollster Absicht überfahren habe. „Er hatte mit beiden Händen fest das Lenkrad umklammert und den Blick auf Philipp fixiert. Erst durch mein Klopfen wachte er auf und flüchtete anschließend“, so der Mann im Zeugenstand.

Ein Gerichtsgutachten bestätigt, dass der Angeklagte aus sechs bis acht Metern mit 15 bis 20 km/h in Richtung seines Opfers gestartet sei. Der Mann habe nur überlebt, da er sich in einem guten Allgemeinzustand befindet und die Retter schnell agiert haben. Aufgrund des großen Blutverlustes wäre er sonst gestorben.

„Es war mir alles egal“
Der 39-Jährige gestand unter Tränen, dass alles wieder hochgekommen sei, als er das Gesicht seines Nebenbuhlers sah. „Da war mir alles egal und ich bin aufs Gas gestiegen. Ich wollte ihn nicht töten“, fügte er hinzu. Er zeigte sich zum Vorwurf der absichtlich schweren Körperverletzung geständig. Seine Anwälte meinten, dass es kein Mordversuch war, da ihr Mandant spontan zum Haus des Opfers gefahren sei.

Kein Mordversuch – sieben Jahre Haft
Das Geschworenengericht musste bei der Urteilsfindung vor allem die Frage beantworten, ob es sich um versuchten Mord handelt oder nicht. Die Geschworenen stimmten einstimmig gegen Mordversuch, weshalb der 39-Jährige zu sieben Jahren Haft wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit Dauerfolgen verurteilt wurde. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.