Vom Berliner Klohäuschen in die Wiener Innenstadt: Eine Burgerkette mit ungewöhnlicher Geschichte nimmt Österreich ins Visier.
Die Berliner Burgerkette Burgermeister nimmt Kurs auf Österreich. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Standorte in Wien ihre Türen öffnen – langfristig hat das Unternehmen eine flächendeckende Präsenz im ganzen Land im Blick. Das Konzept basiert auf einem bewusst knapp gehaltenen Angebot, langen Öffnungszeiten und dem unverkennbaren Charakter der Berliner Gastronomiekultur.
Wie das Unternehmen mitteilt, wurden im vergangenen Jahr mehr als sechs Millionen Burger verkauft und erstmals die Umsatzmarke von 100 Millionen Euro überschritten. Für das laufende Jahr peilt man Erlöse zwischen 180 und 200 Millionen Euro an und will die Belegschaft von aktuell rund 1.000 auf 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbauen.
Wiener Expansion
Was einst als Imbissstand in einem umgebauten Berliner Toilettenhäuschen begann, soll nun in Wien Fuß fassen. Noch heuer sind drei Eröffnungen in Wien geplant, die erste davon im Herbst. Mittelfristig strebt Burgermeister mindestens 20 Filialen an – mit dem erklärten Ziel, jede österreichische Landeshauptstadt zu versorgen. Als lokaler Kooperationspartner fungiert dabei die Gastronomiegruppe Schwarz Hirsch.
Gegründet im Jahr 2006 in einer umfunktionierten U-Bahn-Toilette in Berlin, zählt die Kette heute 31 Standorte in Deutschland sowie erste Ableger in Polen, wo zuletzt der zweite Auslandsstandort eröffnet wurde. „Ich starte gerne mit etwas Schwierigem und ein Land mit anderer Sprache und Währung ist dafür genau das Richtige“, erklärt Burgermeister-Chef Robert Fügert im „Krone“-Gespräch.
Berliner Rezept
Auch in Wien sollen die Burger exakt so schmecken wie in Berlin. Die Kette setzt dabei auf eine bewusst kurz gehaltene Speisekarte – inklusive eines Veggie-Burgers, wahlweise mit oder ohne Brötchen. Im Unterschied zu vielen internationalen Mitbewerbern will Burgermeister zentrale Produktionsschritte weiterhin in Deutschland verantworten. Patties, Brötchen und weitere Kernprodukte sollen auch für den österreichischen Markt aus der firmeneigenen Produktion in Berlin geliefert werden.
Dafür unterhält das Unternehmen eine eigene Bäckerei sowie eine eigene Fleischerei. Die vorhandenen Produktionskapazitäten seien auf mehr als 100 Standorte ausgelegt, so Fügert. Eine Anpassung an den österreichischen Geschmack sei grundsätzlich nicht vorgesehen – allenfalls kleinere Modifikationen, etwa bei den Portionsgrößen, seien denkbar.
Trotz des intensiven Wettbewerbs im heimischen Schnellrestaurantmarkt gibt sich der Unternehmenschef zuversichtlich. Burgermeister verstehe sich als Alternative zu den etablierten großen Burgerketten und punktet nach eigenen Angaben mit einer bewusst schlanken Speisekarte, einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis – Burger sind ab rund fünf Euro erhältlich – sowie Öffnungszeiten, die auch das Nachtleben bedienen.
Der Einstieg in den österreichischen Markt ist Teil eines umfassenderen europäischen Wachstumskurses.
Parallel zu Österreich plant Burgermeister neue Standorte in Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Tschechien und Spanien.