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Krebsprävention

Bis zum 45. Lebensjahr gratis: Serbien weitet HPV-Impfangebot aus

Bis zum 45. Lebensjahr gratis: Serbien weitet HPV-Impfangebot aus
(FOTO: iStock Photo/Inside Creative House)
4 Min. Lesezeit |

Serbien weitet seinen Schutz gegen HPV aus – und zeigt, was möglich ist, wenn Gesundheitspolitik konsequent handelt.

Serbien hat sein kostenloses HPV-Impfprogramm deutlich ausgeweitet: Seit Kurzem können sich nicht nur Kinder und Jugendliche zwischen neun und 19 Jahren kostenlos gegen das Humane Papillomavirus immunisieren lassen, sondern – je nach verfügbaren Impfstoffmengen – auch junge Erwachsene bis 26 Jahre. Für Personen zwischen 27 und 45 Jahren ist die Impfung ebenfalls möglich, allerdings nur auf Empfehlung eines Facharztes, wie das Wirtschaftsportal Nova ekonomija berichtet.

Zuständig für die Ausstellung dieser Empfehlung sind Gynäkologen, Urologen, Dermatologen oder Epidemiologen, die im Einzelfall prüfen, ob eine Indikation vorliegt. Wer sich impfen lassen möchte, wendet sich zunächst an einen entsprechenden Facharzt, der eine Überweisung ausstellt. Über den Hausarzt gelangt man schließlich in das zuständige Gesundheitszentrum, wo die Immunisierung in drei Dosen über den Zeitraum eines Jahres verabreicht wird.

Altersgrenzen & Wirkung

Die Altersobergrenze von 45 Jahren hat einen wissenschaftlichen Hintergrund, wie Prim. Dr. Mirjana Strbac vom Institut für öffentliche Gesundheit der Vojvodina gegenüber Radio Television Vojvodina erläuterte: „Warum bis 45 Jahre? Weil klinische Studien zur Wirksamkeit dieser Impfung bis zu diesem Alter durchgeführt wurden. Das bedeutet nicht, dass die Impfung bei Älteren keine Antikörper bildet oder unwirksam wäre – es gibt schlicht keine Großstudien, die über dieses Alter hinausgehen.“

Besonders empfohlen wird der neunvalente HPV-Impfstoff Frauen, die gynäkologische Eingriffe hinter sich haben, auffällige Pap-Abstriche aufwiesen oder bei denen CIN-2-Dysplasien festgestellt wurden. Laut Dr. Strbac lässt sich in mehr als 70 Prozent der Fälle ein erneutes Auftreten HPV-bedingter Veränderungen verhindern, wenn die Impfung ergänzend zur operativen Behandlung eingesetzt wird.

Dabei ist eines wichtig zu verstehen: Die Impfung heilt keine bestehende Infektion, kann aber dabei helfen, das Virus rascher aus dem Körper zu eliminieren. Außerdem senkt sie das Risiko eines Rückfalls, schützt vor weiteren HPV-Typen sowie vor Kondylomen und Genitalwarzen. Eine HPV-Infektion bedeutet im Übrigen nicht zwangsläufig, dass das Virus dauerhaft im Körper verbleibt – selbst ein positiver Befund auf onkogene HPV-Typen ist kein Urteil auf Lebenszeit, wie Dr. Strbac betont: „HPV gilt als transitorische Infektion – die meisten Frauen und Männer werden das Virus im Laufe der Zeit von selbst los. Bei einem gewissen Prozentsatz kann die Infektion jedoch persistieren. Wer das sein wird und wie lange es dauert, lässt sich im Voraus nicht sagen.“

Die nach der Immunisierung gebildeten Antikörper bleiben über mehr als 20 Jahre stabil, weshalb Experten von einem lebenslangen Schutz ausgehen. Für Personen über 45 Jahre ist der neunvalente Impfstoff in Serbien zwar ebenfalls erhältlich, jedoch nicht auf Staatskosten. In größeren Apotheken ist er zu einem Preis von rund 13.000 bis 18.000 Dinar pro Dosis verfügbar, wobei für den vollständigen Impfschutz drei Dosen benötigt werden.

Regionale Unterschiede

Seit Einführung der kostenlosen HPV-Impfung vor vier Jahren wurden in Serbien rund 51.000 Kinder und Jugendliche vollständig immunisiert. Anlässlich des Welttags gegen HPV fand eine Veranstaltung unter dem Titel „Du kannst alles“ statt, mit dem erklärten Ziel, die Impfung in den Pflichtimpfkalender aufzunehmen und im Jahr 2026 mindestens 30.000 bislang ungeimpfte Mädchen und Buben zu erreichen.

Zum Vergleich: In Österreich ist die HPV-Impfung ab dem vollendeten 9. Lebensjahr bis zum vollendeten 30. Lebensjahr kostenlos verfügbar. Damit liegt Serbien mit seinem auf 45 Jahre ausgeweiteten Programm international im vorderen Bereich – allerdings ist die Kostenübernahme ab 27 Jahren nur mit fachärztlicher Empfehlung vorgesehen.

In den meisten EU-Staaten wird die HPV-Impfung vollständig aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die höchsten Impfraten verzeichnen Nord- und Westeuropa – Schweden liegt bei 97 Prozent, Portugal bei 95,9 Prozent. Im Vereinigten Königreich wurde bei jungen Frauen eine nahezu vollständige Eliminierung der gefährlichsten Virustypen HPV 16 und 18 festgestellt, was bei rechtzeitig geimpften Generationen zu einem Rückgang von Gebärmutterhalskrebs um rund 87 Prozent geführt hat. In Schweden, Dänemark und Norwegen wurde bei Frauen, die vor ihrem 17. Lebensjahr geimpft wurden, laut Weltgesundheitsorganisation ein Rückgang invasiver Krebserkrankungen um etwa 88 Prozent verzeichnet.

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KO KOSMO-Redaktion
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