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UNHEILBARE KRANKHEIT

Bosnier trinkt bis zu 27 Liter Wasser täglich

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(FOTO: Facebook/Privatarchiv/Marin Cuturic)

Marin Cuturic (26) aus Fojnica (Bosnien und Herzegowina) trinkt wegen einer seltenen Erkrankung der Hirnanhangsdrüse täglich bis zu 27 Liter Wasser, weil sein Körper sonst dehydriert.

Viele sagen, dass dieser junge Mann ein Phänomen ist. Die Diagnose lautet Diabetes insipidus, eine Erkrankung, bei der ein unzureichender Spiegel des antidiuretischen Hormons übermäßigen Durst (Polydipsie) und eine übermäßige Produktion von sehr verdünntem Urin verursacht. Nur vier Menschen auf der Welt haben diese Störung.

Marin ist ein fröhlicher junger Mann, der berufstätig ist, Sport treibt, wandert und Motorrad fährt. Wohin er auch geht, hat er mehrere Flaschen Wasser dabei. Wie er sagte, es ist seine Quelle des Lebens.

„Nach der Geburt habe ich ständig nach Flüssigkeit verlangt. Ich bat um Tee und Milch, und als man es mir nicht sofort gab, bekam ich Fieber“, sagte Marin. Danach fing meine Familie an, nach Meinungen von Ärzten zu suchen.

„Ich ging zu Ärzten in Kiseljak, Mostar, Sarajevo, und danach schickte man mich nach Split, wo bei mir Diabetes insipidus diagnostiziert wurde. Es handelt sich um hormonelle Störungen der Hypophyse. Das Wasser läuft nämlich einfach durch mich hindurch. Es ist keine Belastung in meinem Leben, aber ich bekomme einfach nicht genug Wasser“, erklärte Marin.

Die medizinischen Unterlagen wurden danach nach Deutschland, England, ganz Bosnien und Herzegowina und Kroatien geschickt, um zusätzliche Stellungnahmen zu erlangen.

„Ich habe diesen Zustand akzeptiert und er wird so bleiben. Es ist möglich, auch so normal zu leben. Es ist alles im Kopf. Wasser ist einfach meine Lebensquelle.“, sagte Marin.

Faszinierend ist, dass es in Bosnien und Herzegowina keinen Menschen mit dieser Störung gibt.

„Nur vier Menschen auf der Welt haben diese Störung. Im Sommer trinke ich bis zu 27 Liter Wasser am Tag, im Winter nimmt es etwas ab. Aber im Durchschnitt trinke ich etwa 23, 24 Liter Wasser täglich“, erklärte Marin.

Es gibt keine Behandlung für diese Diagnose. Marin sagt jedoch, dass es ihn nicht belastet, weil er von Geburt an an den Zustand gewöhnt ist. „Je schneller man sich daran gewöhnt und es akzeptiert, desto einfacher ist es. Die einzige Belastung für mich ist, dass ich immer daran denken muss, Wasser bei mir zu haben“, betonte Marin.

Welche Probleme bringt diese Krankheit mit sich?

Marin beschreibt auch die negativen Erfahrungen: „Es bereitet mir ein Problem, wenn ich mit dem Bus reise. Ich gehe oft auf die Toilette und dann müssen alle Passagiere auf mich warten. Wasser kann teilweise durch Säfte ersetzt werden. Jede Flüssigkeit, die Süßstoffe enthält, lässt mich jedoch wieder nach Wasser verlangen.“

Durch die große Wassermenge arbeiten seine Nieren in einem erhöhten Ausmaß.

„Aufgrund der großen Wassermenge wird die Nierenfunktion geschwächt. Der Arzt sagte mir, dass man auch mit einer solchen Nierenfunktion noch lange leben kann. Es wird jedoch empfohlen, dass ich bei Durst ein Glas Wasser trinke, nicht 1,5 Liter, aber das ist stärker als ich. Das Glas reicht mir nicht. Nachts wache ich alle zwei Stunden auf.“, beschwert sich Marin.

Der junge Mann ist trotzdem berufstätig und führt ein normales Leben. In seiner Freizeit fährt er Motorrad, geht Bergsteigen und Paragliding.

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