Weniger Tempo, weniger Spritverbrauch: Der VCÖ fordert niedrigere Tempolimits und einen Rabatt auf Klimatickets. Damit könnten laut der Organisation Millionen Liter Treibstoff eingespart werden.
Die Spritpreisbremse allein reicht dem Verkehrsclub Österreich nicht aus. Der VCÖ fordert von der Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen, um den Verbrauch von Benzin und Diesel zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen vorübergehend niedrigere Tempolimits und günstigere Klimatickets.
Hintergrund sind die zuletzt stark gestiegenen Treibstoffpreise. Eine VCÖ-Auswertung von E-Control-Daten zeigt: Im September 2026 lag der Monatsdurchschnitt der Medianpreise bei 2,20 Euro je Liter Diesel und 1,92 Euro je Liter Eurosuper. Im August waren es noch rund 2,01 Euro beziehungsweise 1,78 Euro.
Spritpreisbremse reicht dem VCÖ nicht
Seit dem 1. Oktober gilt eine erweiterte Spritpreisbremse für Oktober und November. Durch eine Senkung der Mineralölsteuer und eine Begrenzung der Margen sollen Benzin und Diesel einschließlich des Umsatzsteuereffekts um rund zwölf Cent pro Liter günstiger werden. Einen festen Höchstpreis an der Tankstelle legt die Regelung nicht fest.
Der VCÖ verlangt zusätzlich Maßnahmen auf der Verbrauchsseite: Wer weniger Treibstoff benötigt, senkt seine Kosten und macht sich weniger abhängig von hohen Spritpreisen.
Tempo 90 auf Freilandstraßen
Die Organisation fordert temporär niedrigere Tempolimits und verweist auf Berechnungen für 90 statt 100 km/h auf Freilandstraßen und 120 statt 130 km/h auf Autobahnen. Laut VCÖ könnten diese Geschwindigkeiten den österreichweiten Treibstoffverbrauch nach Berechnungen des Umweltbundesamts um rund 110 Millionen Liter jährlich reduzieren.
Das entspricht etwas mehr als neun Millionen Litern pro Monat. Auf Basis des zugrunde gelegten Preisniveaus beziffert der VCÖ die mögliche Entlastung bei den Spritkosten auf insgesamt rund 19 Millionen Euro monatlich.
Strengere Limits würden mehr sparen
Noch größere Einsparungen wären nach den angeführten Berechnungen mit Tempo 80 auf Freilandstraßen sowie Tempo 100 auf Autobahnen und Schnellstraßen möglich. Der VCÖ nennt dafür rund 22 Millionen Liter weniger Treibstoffverbrauch pro Monat und eine mögliche Spritkostenersparnis von insgesamt rund 46 Millionen Euro monatlich.
Die Eurobeträge hängen vom jeweiligen Treibstoffpreis ab. Es handelt sich um berechnete Einsparpotenziale für ganz Österreich, nicht um eine garantierte Entlastung für einzelne Autofahrerinnen und Autofahrer.
VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk verweist auch auf weitere Vorteile: Niedrigere Geschwindigkeiten würden die Lärm- und Abgasbelastung senken, die Verkehrssicherheit verbessern und den Geldabfluss für Erdölimporte verringern.
20 Prozent Rabatt auf Klimatickets
Als Anreiz für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel fordert der VCÖ einen zeitlich begrenzten 20-Prozent-Rabatt auf das österreichweite und die regionalen Klimatickets. Davon könnten auch Menschen profitieren, die einen Teil ihrer Strecke mit dem Auto zurücklegen und anschließend mit Bus oder Bahn weiterfahren.
Zusätzlich verlangt die Organisation eine Bewusstseinskampagne für spritsparendes Fahren und Mobilitätsverhalten. Unternehmen sollen ihre Beschäftigten mit Öffi-Jobtickets, Jobrädern und Angeboten zur Bildung von Fahrgemeinschaften unterstützen.
Die niedrigeren Tempolimits und der Klimaticket-Rabatt sind Forderungen des VCÖ, keine beschlossenen Maßnahmen.