200.000 Briefe vom Staat – und mittendrin gefälschte Schreiben von Kriminellen. Woran man den Unterschied erkennt.
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat eine breit angelegte Fahrleistungserhebung gestartet und verschickt zu diesem Zweck rund 200.000 Briefe an Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter in Deutschland. Die Aktion ist Teil eines wissenschaftlichen Projekts des Bundesverkehrsministeriums und soll Daten zur tatsächlichen Nutzung der deutschen Straßen im Jahr 2026 erfassen. Auf dieser Grundlage sollen künftige Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur besser geplant werden.
Die Teilnahme ist freiwillig – wer mitmacht, gibt zu festgelegten Zeitpunkten seinen Kilometerstand an, entweder online oder auf dem Postweg.
Betrugsrisiko beachten
Doch genau diese Aktion ruft auch Betrüger auf den Plan. Verbraucherschutzzentralen warnen ausdrücklich davor, dass Cyberkriminelle solche staatlichen Erhebungen gezielt für Phishing-Angriffe missbrauchen. Gefälschte Schreiben, die auf den ersten Blick täuschend echt wirken, sollen Empfängerinnen und Empfänger dazu verleiten, persönliche Daten preiszugeben oder auf manipulierte Links zu klicken.
Um echte KBA-Briefe von Fälschungen zu unterscheiden, haben die Verbraucherschutzzentralen konkrete Merkmale veröffentlicht: Der Absender muss aus Flensburg stammen, das Schreiben muss eine individuelle Referenznummer enthalten, und alle Verweise führen ausschließlich zur offiziellen Website www.kba.de. Wer hingegen zur Zahlung aufgefordert wird oder ein Passwort eingeben soll, hat es mit Sicherheit mit einem Betrugsversuch zu tun.
Wer sich über die Echtheit eines Schreibens nicht vollkommen sicher ist, sollte weder den aufgedruckten QR-Code scannen noch auf angegebene Links klicken.
Datenschutz & Ergebnisse
Was den Datenschutz betrifft, betonen die Verbraucherschutzzentralen, dass das KBA-Verfahren strengen Schutzstandards unterliegt. Persönliche Angaben und Kilometerstände werden unmittelbar nach der Eingabe voneinander getrennt gespeichert, sämtliche Daten werden spätestens drei Monate nach Abschluss der Erhebung gelöscht.
Die Ergebnisse der Studie sollen bis Ende 2028 veröffentlicht werden.