Sabotage, Spionage, Cyberangriffe: Russlands Schattenkrieg auf europäischem Boden nimmt konkrete Formen an – mit Zielen mitten in der EU.
Der ukrainische Nachrichtendienst hat eindringlich vor einer Intensivierung hybrider Operationen russischer Geheimdienste auf europäischem Boden gewarnt. Die Hauptnachrichtendirektion des ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR) geht davon aus, dass Moskau verstärkt auf Sabotageakte und Cyberangriffe zurückgreifen könnte, um die internationale Unterstützung für die Ukraine zu untergraben und die NATO zu destabilisieren.
In Lettland wurden zuletzt zwei Personen festgenommen, die im Verdacht stehen, für den russischen Militärgeheimdienst GRU Informationen über NATO-Aktivitäten gesammelt zu haben. Der lettische Staatssicherheitsdienst VDD teilte am 1. Oktober mit, dass die beiden Verdächtigen Informationen über Lettlands Verteidigungssektor, NATO-Aktivitäten und die Unterstützung der Ukraine gesammelt haben sollen.
Eine der Personen soll dafür mit einem kleinen Privatflugzeug Luftaufnahmen des Militärstützpunkts Ādaži angefertigt haben. Die Festnahmen gelten als Beleg für eine wachsende Bedrohungslage in der Region.
Russische Ausweitung
Die HUR machte deutlich, dass russische Spezialdienste den Auftrag erhalten hätten, ihre Aktivitäten auf dem Territorium von EU- und NATO-Staaten gezielt auszuweiten. „Die Pläne umfassen hybride Operationen, die darauf abzielen, die Hilfe für die Ukraine zu untergraben und die Fähigkeiten der Allianz zu schwächen“, hieß es in der Mitteilung.
Als mögliche Angriffsziele nannte die HUR unter anderem Starlink-Satelliteninternet-Empfangsstationen in europäischen Ländern. Die internationalen Partner der Ukraine seien über diese Bedrohungsszenarien bereits informiert worden.